Berlin : Stadtmenschen: Nur nach Hause geht Frank nicht

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Ob seine Sonnenbräune tatsächlich von Ibiza stammt oder doch nur aus dem Studio um die Ecke - fragen wir nicht. Vielleicht muss er inzwischen auch dem Blond seiner Haare künstlich ein wenig nachhelfen. Aber wie 60 sieht Frank Zander dennoch nicht aus. Genau dieses Alter aber erreicht der Berliner Sänger und Entertainer am heutigen Montag. Großvater ist er auch schon seit einigen Wochen - und hat doch nicht die leiseste Lust, es künftig ruhiger anzugehen.

Gegenwärtig bastelt Zander an einer Fernseh-Talkshow, deren Interviewer, Außenreporter und das übrige Personal aus ziemlich durchgeknallten Handpuppen bestehen soll. Puppen! Von Zander selbst entworfen, kann er sich wie ein Kind an ihnen freuen. Und investiert Zeit und Geld in dieses Projekt, ohne zu wissen, ob es je ein Fernsehsender ins Programm nehmen wird. Geld verdient er ohnehin mit anderem, vor allem mit den "persönlichen Geburtstags-CDs" unter Verwendung des Namens des zu Ehrenden. Von seinen einst in die Charts gekommenen Titeln dürfte auch noch die eine oder andere Tantieme einfließen - "Hier kommt Kurt" etwa wird ebenso noch als Stimmungshit eingesetzt wie "Ich trink auf Dein Wohl, Marie" oder "Ja, wenn wir alle Englein wären". Zu schweigen von der allwöchentlich im Olympia-Stadion aufbrandenden Hertha-Hymne "Nur nach Hause - gehn wir nicht".

Und so wie dieser Fußball-Verein, dem er anhängt, gehört auch Frank Zander zu dieser Stadt Berlin. Geboren in Neukölln, wohnt er seit Jahrzehnten mit seiner Frau Evy im Lietzensee-Kiez. Und er selbst gab einmal zu, wenn man ihm den Titel "Berufs-Berliner" antragen würde, doch, da würde er sich geehrt fühlen. Frank Zander hat eben ein sonniges Gemüt.

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