STADTMENSCHEN : Orden erster Klasse für erstklassiges Engagement

Foto: www.bettinaflitner.de
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Vorneweg gab’s eine herzliche Umarmung: SPD-Politikerin Christine Bergmann wurde freudig von Klaus Wowereit am Dienstag in seinem Amtszimmer begrüßt. Dieser Ort war für die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse an die frühere Bundesministerin, Bürgermeisterin, Senatorin und Präsidentin der 1990 frei gewählten Ost-Berliner Stadtverordnetenversammlung genau der richtige. „Hier hat mein zweites Leben, das politische, begonnen“, sagte Frau Bergmann. Die 71-jährige gelernte Apothekerin blickt auf eine beispiellose Karriere zurück, die „ohne das Verständnis meiner Familie“ gar nicht funktioniert hätte. Bei diesen Worten, gerichtet an Ehemann und Tochter, traten ihr die Tränen in die Augen. Wowereit lobte, dass sie ihre Tätigkeiten immer als engagierte Christin mit sozialem Engagement verbunden habe. Sie sei als Politikerin auch die „Stimme des Ostens gewesen, aber nicht in verharrender Situation, sondern im Dialog“. Seit März 2010 ist Frau Bergmann Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung. Über 2000 Briefe von Betroffenen hat sie gelesen. Und „mit viel Einfühlsamkeit“, so Wowereit, habe sie dafür gesorgt, dass das Thema „nicht weggedrückt“ wird. Ende Oktober gibt sie diese Aufgabe ab und widmet sich dem dritten Leben: dem Ruhestand, der, wie sie betonte, „aber nichts mit Nichtstun zu tun hat“.sib

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