Berlin : Stadtmenschen: "Pompöös" in der Vitrine

hema

Benefizlady Ulla Klingbeil ist am Montag ins Schloss Versailles geladen. Dort gehört sie zum Ehrenkomitee der "Soiree de Gala", die unter der Schirmherrschaft von Madame Jacques Chirac steht. So wird Bernadette Chirac als Ehefrau des französischen Staatspräsidenten für emanzipierte deutsche Ohren etwas altfränkisch getitelt. Der Erlös der von ihr behüteten Gala mit 600 Gästen aus ganz Europa soll dem Kampf gegen den Krebs dienen - speziell dem Team um den Krebsforscher David Khayat im Pariser Krankenhaus Pitié-Salpetrière. Für das Dinner im Festsaal "Galerie des Batailles" ließ sich die "Bettelkönigin" aus Wannsee ein zweiteiliges Gewand aus schwarzem Pannesamt anfertigen - auf dem Kopf dazu ein winziges Nichts von Hut. Das ungewohnt schlichte Outfit Ulla Klingbeils entwarf einer, der bisher nur als schrill gestylter Modemacher im medialen Gerede war - Harald Glööckler, der Macher des Labels "Pompöös". An dessen Vorankommen arbeitet er so eisenhart, wie es seine fitnessgestählten Muskeln sind, nur jetzt mit neuem modischen Anspruch. Seit längerem sieht man ihn selbst nur noch in minimalistischem Schwarz, maximal ein rotes Tüchlein als Farbtupfer. Nur die überlangen Fingernägel erinnern an den "alten" Glööckler. Dass er damit "wunderbar arbeiten kann", verriet "Pompöös"-Kundin Theophana Prinzessin von Sachsen am Donnerstag im Klingbeilschen Miniaturmuseum im Europarc Dreilinden. Wer es jeweils montags von 12 bis 16 Uhr besucht, hilft mit einer Eintrittsspende den Verein Arikalex zugunsten misshandelter Jugendlicher zu finanzieren und sieht dafür jetzt auch "Pompöös". Im Maßstab 1:2 steht er in einer Vitrine - letztmalig in Brokatrobe und mit zig-Perlenketten um den Hals.

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