STADTMENSCHEN : Regelkunde beim Künstlergottesdienst

Maritim angehauchte Malereien des Malers Harald Buß hingen an den Wänden der Kirche am Hohenzollernplatz, die manche Zeitgenossen wegen ihres Baustils auch als „Kraftwerk Gottes“ bezeichnen. Doch als der evangelische Bischof Markus Dröge dort am Mittwochabend den jährlichen Künstlergottesdienst der Landeskirche feierte, ging es um den 15. Psalm, einen wenig maritimen Bibelabschnitt. „Herr, wer darf wohnen in deinem Zelt? Wer darf wohnen auf deinem heiligen Berge?“, heißt es dort. Und in den Bänken des Gotteshauses hörten die Malerin Hella Santarossa und die Komponistin Makiko Nishikaze ebenso wie die ehemalige Präses der Landessynode, Anneliese Kaminski, und der Zehlendorfer Superintendent Harald Sommer, wie der Landesbischof diesen Bibelabschnitt auslegte: Die Psalmen seien „das große Buch der Nächstenliebe Gottes“, sagte Dröge. Gott sehe die Menschen dort als seine Nächsten und bewege sich auf sie zu. „Und seine Regel ist die Liebe.“

Dröges Predigt gefiel, doch Applaus gab es anschließend für einen anderen: Pfarrer Christhard-Georg Neubert, Leiter der Kulturstiftung Sankt Matthäus am Potsdamer Platz, der schon seit Jahren die Kunstgottesdienste der Landeskirche vorbereitet. Ihm dankten Künstler wie Kirchenleute für sein Engagement, bevor ein anschließender Empfang bei Rotwein und Minibrownies zum Austausch einlud. bel

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