• STADTMENSCHEN: Reichstagsverhüller Christo reiste an und signierte sein Buch - vor fünf Jahren

STADTMENSCHEN : Reichstagsverhüller Christo reiste an und signierte sein Buch - vor fünf Jahren

Vor fünf Jahren kam Christo nach Berlin. Was Sigrid Kneist darüber schrieb.

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Die 14 Tage des „verhüllten Reichstags“ waren das erste Sommermärchen im neuen, wiedervereinten Berlin der neunziger Jahre. Seitdem sind die Künstler Christo und Jeanne-Claude untrennbar mit der Stadt verbunden. An der Schönheit des Reichstags in seiner silbern schimmernden Haut freuten sich im Sommer 1995 Millionen von Menschen. Jeden Tag bewunderten Hunderttausende das temporäre Kunstwerk der beiden. Wie ein Magnet zog es die Menschen an, die immer wieder kamen – mal am frühen Morgen, mal in der Mittagspause, dann zum Sonnenuntergang. Immer wieder erlebten sie eine andere Stimmung, waren begeistert vom Spiel des Lichts mit den Falten des Stoffs.

Als der Tagesspiegel an einem Tag um fünf Uhr morgens zu einer Autogrammstunde einlud, standen Tausende mehrere Stunden in einer Schlange um den Reichstag, um sich einen Druck signieren zu lassen. Dabei sollte die frühe Uhrzeit eigentlich ein wenig die Menschenmassen abschrecken. Die beiden Künstler bewiesen ungeheure Ausdauer und hörten nicht auf, bis auch der letzte Wartende seine Unterschriften erhalten hatte.

Jetzt gibt es wieder einmal die Möglichkeit dazu – allerdings in einem kleineren, exklusiveren Rahmen. Am 16. September ist Christo wieder in der Stadt. Diesmal kommt er allerdings alleine. Denn seine Frau Jeanne- Claude ist im November vergangenen Jahres gestorben – ein knappes halbes Jahr vor ihrer beider 75. Geburtstag. Die Künstler waren nämlich am selben Tag geboren worden. Im Shop des Taschen-Verlags, der viele Bücher über die Werke des einzigartigen Künstlerpaars herausgegeben hat, wird Christo die Collector’s Edition der vielen temporären Kunstwerke von Christo und Jeanne-Claude signieren. Mit 1000 Euro ist der in einer Kassette präsentierte umfangreiche Band allerdings nicht gerade billig, dafür erscheint er aber in einer limitierten Auflage von 1000 – diesmal kein Vergnügen für Millionen. sik

Taschen-Store, Friedrichstraße 180–84, Mitte, Donnerstag von 18 bis 20 Uhr.

Der Beitrag erscheint in unserer Rubrik "Vor fünf Jahren"

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