STADTMENSCHEN : Reinhold Messner hat noch was vor

Ferda Ataman
Foto: Davids
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Eine klassische Rentenversicherung kann er nicht empfehlen. Reinhold Messner selbst hat sich einen Bauernhof zugelegt, als er merkte, dass er alle skeptischen Lebensprognosen überlebt. „Das ist besser als Papiere bei der Bank“, sagt der Extrem-Bergsteiger vor einer Lerngruppe der ASIG-Berufsfachschule in Wilmersdorf. „Da kann man alles selbst produzieren, was man zum Leben braucht.“ Schulleiter Arno Schelzke zuckt kurz. Eigentlich ist Messner hier, um mit den rund 20 Schülern über Umwelt- und Klimaschutz zu reden, um den sich die Schule verdient gemacht hat. Doch der vom Magazin „Focus-Schule“ organisierte Sonderunterricht enthält zur Freude der Schüler viele Elemente aus Messners Motivationsvorträgen. So berichtet er von den Abenteuern des Polarforschers Ernest Shackleton, der als Erster die Antarktis durchqueren wollte und scheiterte (was er, Messner, 1990 geschafft hat). Und Messner nimmt die Berufschüler mit zu den Pinguinkolonien am Polarmeer und in die Wüste Gobi, wo er nur dank der Beduinenbrunnen überleben konnte. Warum er so strapaziöse Expeditionen mache, will ein Schüler wissen. „Was Leute wie ich tun“, sagt Messner lächelnd, „ist die Eroberung des Sinnlosen“. Aber er habe noch viel mehr vor, ein Berg-Museum eröffnen etwa und Filme drehen. Und Messner hat erst vor wenigen Tagen die Fußballnationalmannschaft für die WM motiviert. „Die sind jung und haben keinen Oberstar, der sie dirigiert“, sagt der Fachmann für Höhen und Tiefen. „Wenn sie mit Fehlern entspannt umgehen und einfach nur spielen, wird das schon klappen.“ Ferda Ataman

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