STADTMENSCHEN : Renée Zellweger sucht Brezeln

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Nur gut, dass Wolfgang Thierse das nicht gehört hat. Da kommt Oscar-Preisträgerin und Hollywoodstar Renée Zellweger nach Berlin, und was will sie haben: keine Currywurst, keine Bulette, nein, eine Brezel – oder wie die Amerikaner sagen: eine Pretzel. „Ich hab gehört, dass man die hier zum Lunch isst. Wo gibt’s in Berlin die besten?“, möchte sie am Donnerstagabend wissen und schaut sich suchend um, vielleicht wird sie ja gleich hier, auf der Hugo-Boss-Party fündig? Schließlich kommt das Modehaus aus Schwaben, nicht nur Heimat der Wecken, sondern auch Bastion für Brezeln.

Erst mal aber ruft die Pflicht. Zellweger ist nämlich natürlich nicht zum Brezelessen, sondern zum Gutaussehen zur Boss-Show gekommen. Hatte das Unternehmen aus Metzingen die vergangenen beiden Fashion Weeks auf eine große Party verzichtet, gab’s anlässlich des 20-jährigen Firmenjubiläums wieder eine ausschweifende Feier mit 1000 Gästen, die größte im Rahmen der Fashion Week.

Dafür wurden neben Zellweger auch ihre Kollegen Edward Norton und Eddie Redmayne, Hauptdarsteller aus „Les Misérables“, eingeflogen, um die erste Reihe am Laufsteg zu schmücken, dazu Model und Musikerin Pixie Geldof. Der Weg dahin sollte allerdings kein leichter sein, zumindest nicht für Zellweger mit ihren High Heels, deren Absätze mindestens so hoch waren, wie ein Brezelstrang lang ist.

Denn Boss hatte in die Opernwerkstätten in der Nähe des Nordbahnhofs geladen, wo zuletzt die Kulissen für Berlins Bühnen gefertigt wurden – und die nun Boss zur Inszenierung dienten.

Hinauf ging’s über schmale Treppenstufen in den vierten Stock, wo in einer kargen Halle der Laufsteg aufgebaut war. Wo früher Handwerkskunst ausgeübt wurde, gab es jetzt Schneiderkunst zu sehen, das passte und gefiel auch Gästen wie Moritz Bleibtreu, Anna Maria Mühe, Natalia Wörner und Nora von Waldstätten.

Nach der Show ging’s hinab zur Party. Die Betonwände waren in Hugo-Boss- Rot angestrahlt, die Bars mit roten Tulpensträußen dekoriert, dazu gab’s, natürlich, einen roten Cocktail namens Simply Red. Mit Erdbeerlikör.

Und Brezeln? Darauf musste Zellweger vergeblich warten, serviert wurden Garnelen auf Safranrisotto, Zander und Curry – aber ohne Wurst. Ein klarer Fall für Thierse. sop

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