Berlin : Stadtmenschen: Restaurant Diekmann

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Sonntagmittag, Weinhaus Huth. Essenszeit im Restaurant Diekmann. Ingeborg Pongs kommt mit ihrem Sohn herein und wird sofort von Hausherr Josef Diekmann begrüßt. Der hat die alte Dame und ihre Familie zum Mittagessen eingeladen, denn Ingeborg Pongs hat eine besondere Beziehung zu dem Haus. Sie ist eine der Urenkelinnen vom Gründer des Weinrestaurants Huth. "Wir sind stolz, dass das Haus als einziges am Potsdamer Platz stehen geblieben ist", sagt sie gleich zu Beginn, "und wir freuen uns, dass es noch immer den Namen der Familie trägt." Ingeborg Pongs lebt heute in Krefeld. Fuhr die heute 89-Jährige früher regelmäßig mit dem eigenen Auto nach Berlin, sind ihre Besuche in der Stadt heute seltener geworden. An diesem Wochenende hatte ihr Sohn sie eingeladen. Auf dem Programm: Ein Besuch der Picasso-Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie und - selbstredend - eine Stippvisite im Weinhaus Huth. Sie sitzt noch nicht, da wirft sie einen Blick in das Buch zur Geschichte des Hauses von Wolf Thieme (Berlin Edition) und damit auch auf ein Familienfoto von 1934 anlässlich der Hochzeit von Ilse Huth und Kurt Hengsberger: "Ein netter Mann", sagt sie, "aber sie hatte schon ein paar Monate später etwas mit ihrem Frauenenarzt." Aber jetzt ist Zeit fürs Essen. Und Zeit, noch mehr Erinnerungen aufzufrischen, live erzählt, in einem der bekanntesten Häuser der Stadt. Guten Appetit.

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