STADTMENSCHEN : Schlagerstar wieder obenauf

Foto: dapd
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Zack, plötzlich ist er wieder ganz oben: Das Album „Unendlich“ ist im Februar auf Platz eins in die Charts eingestiegen. Er wurde für den Schlager-„Echo“ nominiert und Ende April startet seine Deutschland-Tournee mit mehr als 30 Konzerten. Natürlich gibt Matthias Reim auch eins in seiner alten Teilzeitheimat Berlin – im Tempodrom am 9. Mai um 20 Uhr – wo er Ende der Neunziger mal in Konradshöhe gewohnt hat, und bis heute erwärmt er sich für Hertha BSC.

Apropos Neunziger: Neulich hat der Schlagersänger gerade wieder im Fernsehen in einer großen Samstagabendshow von seinem Aufstieg und krassen Karriereknick erzählt. Reims absoluter Tiefpunkt war ein Open- Air-Konzert 1999 in Dresden. Es kamen genau zwölf Hanseln, die seine Partypowerballade „Verdammt, ich lieb dich“ nebst weiterem Liedgut hören wollten. Und dass, nachdem er 1990 sagenhafte 2,5 Millionen Platten dieses Hitalbums verkauft hatte, das 16 Wochen lang auf Platz eins der Charts stand. Der erfolgreichste Song der Neunziger bescherte dem bis heute spillerigen, bis heute blondierten und inzwischen in jeder Hinsicht geläuterten Schlagersänger mit der Kreuzkette den absoluten Höhenflug. Danach folgt ein Absturz, der sich gewaschen hatte. Kein Publikum, 13 Millionen Euro Schulden nach verschiedenen fehlgeschlagenen Investitionen, Taschenpfändung und 2006 Privatinsolvenz – von einem Anwalt auf Ibiza als einziger Ausweg empfohlen. Oder „Einmal Hölle und zurück“, wie Matthias Reim das anlässlich des Erscheinens seiner Biografie vor zwei Jahren in seiner kraftstrotzenden Art ausgedrückt hat.

Ist inzwischen wie gesagt wieder alles Schnee von vorgestern. Matthias Reim, der vor zwei Jahren noch mühsam einen Kredit und seine Finca abzahlte und sich an bescheidenen Genüssen wie „Bier, Familie und Salamibrot“ freute, soll inzwischen wieder schuldenfrei sein. Sein 2011er Comeback-Album „Sieben Leben“ lief wie geschmiert und jetzt sicher auch der Ticket-Verkauf. gba

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