STADTMENSCHEN : Stars und Sterne im Kühlhaus

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Aufpoliert. Vor der Feier kamen erst einmal die Fliesenleger. Foto: dapd
Aufpoliert. Vor der Feier kamen erst einmal die Fliesenleger. Foto: dapdFoto: dapd

Neun Dollar hat Thomas Gottschalk für seinen Stern am berühmten Hollywood-Boulevard in Los Angeles bezahlt. Für das Geld gab’s allerdings keine echte Würdigung auf dem Walk of Fame, sondern lediglich ein Souvenir. Umso mehr freute sich der 62-jährige Entertainer, dass es mit dem echten Stern nun doch geklappt hat. Auf dem „Boulevard der Stars“ am Potsdamer Platz ist sein Name jetzt in Beton eingelassen. „Und hier bekomme ich ihn sogar kostenlos“, scherzte Gottschalk am Montag, als sein Stern vom Regierenden Klaus Wowereit (SPD) eingeweiht wurde.

Um 20 auf insgesamt 81 goldglänzende Sterne ist der „Boulevard der Stars“ erweitert worden. Neben Gottschalk kamen auch die Schauspieler Michael „Bully“ Herbig, Katharina Thalbach, Hannelore Hoger, Produzentin Regina Ziegler und „James Bond“-Architekt Sir Kenneth Adam (siehe Text links), um ihre Sterne persönlich zu enthüllen. Für den 1921 in Berlin geborenen Adam folgt heute eine weitere Ehrung: Kulturstaatsminister Bernd Neumann wird ihm im Namen von Bundespräsident Joachim Gauck das Bundesverdienstkreuz verleihen, wie Neumann am Montagabend im Kühlhaus in Kreuzberg ankündigte.

In das denkmalgeschützte Gebäude an der Luckenwalder Straße 3, gleich neben dem U-Bahnhof Gleisdreieck gelegen, hatte „Boulevard der Stars“-Geschäftsführerin Georgia Tornow zusammen mit dem Medienboard Berlin-Brandenburg zur Medianight eingeladen, anlässlich der zur Ifa stattfindenden Medienwoche. Adam, der mit seiner Frau Lady Letizia gekommen war, gehörte zu den Ehrengästen und unterhielt sich angeregt mit Filmproduzent Artur Brauner. „Ich kenne Ken Adam seit 50 Jahren, aber heute treffe ich ihn endlich zum ersten Mal persönlich“, freute sich Brauner.

Mehr als 1000 Gäste waren zur Medianight gekommen, viele von ihnen hatten bereits tagsüber an der Medienwoche teilgenommen, die unter dem Motto „Digitale Werte“ steht. Neumann nutzte das Motto am Montagabend, um darauf zu verweisen, dass es Aufgabe der Politik sei, „den Schutz des geistigen Eigentums in einer digitalen Gesellschaft sicherzustellen.“ Auch der Chef der Berliner Senatskanzlei Björn Böhning betonte, dass das Urheberrecht gestärkt werden müsse.

Beide Politiker lobten die Entwicklung des Film- und Medienstandorts Berlin. „Wir sind die digitale Hauptstadt Europas“, sagte Böhning. Neumann sagte zu, dass die Bundesregierung 60 Millionen Euro in die Filmförderung investieren wolle. Dafür gab’s Applaus, auch von den Medienboard-Geschäftsführern Elmar Giglinger und Kirsten Niehuus, die hoffen, dass bald schon wieder neue Sterne auf dem Berliner „Boulevard der Stars“ landen. Sonja Pohlmann

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