Berlin : Stadtmenschen: Tänzer des Jahres

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Auch Klaus Wowereit braucht mal eine Pause. Deshalb vertrat ihn Gregor Gysi am Montagabend bei der Gala zur Ehrung der Sportler des Jahres in der Mercedes-Benz-Welt am Salzufer. Manche waren darüber ein wenig verwundert, dachte man beim Namen des neuen Wirtschaftssenators bisher nicht unbedingt an Sport. Alle Fragen in diese Richtung konterte Gysi mit einem Rückblick in seine Vergangenheit, die er zumindest teilweise auf dem Segelboot und dem Fußballplatz verbracht haben will. Entertainer Karsten Speck hat da schon genauere Erinnerungen an große Fußballzeiten, aber inzwischen wohl doch etwas den Anschluss verloren. Seine Frage, ob man denn im Stadion an der Alten Försterei noch immer "Eisern Union" wie in den 70er Jahren rufe, wurde selbst von einem Zugereisten wie Unions Trainer Georgi Wassilew mit Unverständnis quittiert. Den Mann spornt dieser Schlachtruf schließlich bei jedem Heimspiel an. Speck schwieg dann lieber und überreichte Unions Präsident Heiner Bertram und Kapitän Steffen Menze den Preis für die Mannschaft des Jahres. Der Sieg des Zweitligisten und Pokalfinalisten vor Hertha und Alba war die Nachricht des Abends.

Claudia Pechstein wurde zur Sportlerin und Erik Zabel zum Sportler des Jahres gewählt. Herthas Trainer Jürgen Röber darf sich zum Abschied Trainer des Jahres nennen. Während Zabel der Ehrung fern blieb, und manch anderer Sportler sich auf einen kurzen Pflichtbesuch beschränkte, genoss einer den Abend so richtig: Herthas Eyjölfur Sverrisson tanzte, bis die Lichter angingen. Betreten hatte er die Tanzfläche exakt in dem Moment, als sich Röber auf den Heimweg machte. Laut Sverrisson bestand da kein Zusammenhang. Wohl mit Blick auf das gerade zu Ende gegangene Trainingslager im spanischen Marbella sagte der Isländer: "Wenn ich auf dem Platz immer Vollgas gebe, akzeptiert der Trainer auch, wenn ich das hier mache."

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