Berlin : Stadtmenschen: Vier-Lager-Gala

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In vier Lager war das Publikum gespalten. Schon zu Beginn der Gala im Gedenken an Götz Friedrich, den verstorbenen Generalintendanten, in der Deutschen Oper: Zum einen in Wagnerianer und Nicht-Wagnerianer - immerhin bestand die Hälfte des Programms aus Teilen von "Ring des Nibelungen", "Lohengrin" und "Tannhäuser". Die Lager drei und vier bestanden jeweils aus Senatoren und Ex-Senatoren, die sich ignorierten oder höflich grüßten. Harmonie demonstrierten der Regierende Klaus Wowereit (kein Wagner-Freund) und Finanzsenatorin Christiane Krajewski (auch keine Wagner-Freundin). Wowereit, der am Abend zuvor bei einer Aids-Gala lange ausgehalten hatte, war müde. Wann er den nächsten Abend wieder frei habe, könne er nicht absehen. Wehmütg dann: "Eigentlich wäre ich heute auch privat eingeladen gewesen...". Während ein Zusammentreffen von Krajewski mit ihrem Vorgänger Peter Kurth nicht zu beobachten war, ging die neue Kultursenatorin Adrienne Göhler direkt auf ihren Vorgänger zu: "Na wie geht es Ihnen denn jetzt?", fragte sie Christoph Stölzl (Wagner-Fanatiker). "Wunderbar" strahlte der zurück, ist ja schließlich Wahlkampf. Er habe nun Zeit zum allmorgendlichen Schwimmen im Schlachtensee. Die Reibereien endeten, als Friedrichs Witwe Karan Armstrong zum Dinner (Wachtelbrüstchen, Seeteufelmedaillons, Nougattörtchen) auf die Bühne bat. Applaus schließlich für René Kollo, der zum Ehrenmitglied der Deutschen Oper gekürt wurde.

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