STADTMENSCHEN : Von Afghanistan nach Guantanamo

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Filmpremiere, damit verbindet der Zuschauer gemeinhin Glanz und Glamour auf rotem Teppich, luftig gekleidete Stars, Sekt, Frohsinn, Geselligkeit – alles Dinge, die zu einer Veranstaltung wie am Mittwochabend im Kino International an der Karl-Marx-Allee nicht recht passen wollen. Gezeigt wird „5 Jahre Leben“, und das bedeutet genaugenommen: fünf Jahre gestohlenes Leben. So lange war der Deutschtürke Murat Kurnaz in Afghanistan und auf Guantanamo in US-Lagern inhaftiert, weil man ihn verdächtigte, ein islamistischer Kämpfer zu sein – zu Unrecht. Seine Haftzeit muss eine Hölle gewesen sein. Kurnaz hat sie in seinem Buch „Fünf Jahre meines Lebens“ beschrieben, das jetzt die Grundlage für den Film wurde. Zur Premiere wird neben den Schauspielern Sascha Alexander Gersak, der den Gefangenen spielt, und Ben Miles, der einen Verhörspezialisten darstellt, sowie Regisseur Stefan Schaller und Produzent Jochen Laube als Ehrengast auch Murat Kurnaz selbst erwartet. Er war im November 2001 zu einer Pilgerreise nach Pakistan aufgebrochen und dort von Sicherheitskräften festgenommen und an die US-Streitkräfte in Afghanistan übergeben worden. Wie er in seinem Buch schilderte, hatte man ihn wiederholt gefoltert. Wegen seines Falles hatte es auch zwei Untersuchungsausschüsse des Bundestages gegeben. Kurnaz lebt heute in Bremen. Der Film kommt bereits am 23. Mai in die deutschen Kinos. ac

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