Berlin : Stadtmenschen: Warten auf Boris

tabu

Sonntagvormittag, Golfclub Wannsee. Die Legenden ließen lange auf sich warten. Für die zahlreich erschienenen Medienleute hieß das: ein launiges Beine-in-den-Bauch-stehen, bis nach über einer Stunde die Superstars peu à peu in ihren Kleinbussen herangerollt kamen. Einige ehemalige Spitzensportler weilen derzeit in Berlin, weil sie am Dienstag an der Nominierung für den Laureus Sports Award - den "Oscar" des Sports - teilnehmen. Das Prinzip des Preises, der letztes Jahr ins Leben gerufen wurde: 300 Journalisten aus 75 Ländern nominieren Sportler; die "Academy Members" - also ehemalige Sportstars - wählen davon die Besten aus. Um die Zeit bis zur Nominierung am Dienstag zu verkürzen, ließ sich die Prominenz schon mal medienwirksam beim Golfen zuschauen: Hürdenläufer Edwin Moses, der "englische Franz Beckenbauer" Sir Bobby Charlton, Turnerin Nadia Comaneci, der Cricket-Spieler Kapil Dev, der argentinischer Rugby-Spieler Hugo Porta, Radrennfahrer Miguel Indurain, mehrfacher Motorradweltmeister Giacomo Agostini oder Schwimmer Mark Spitz. Obwohl Nadia Comaneci sogar in hautfarbenen Higheels die Rasenfläche betrat ("Oh, dangerous"), interessierten sich alle nur für eines: Kommt Academy-Mitglied Boris Becker, oder kommt er nicht? Da konnte Moses noch so elegant mit dem Schläger schlenkern - das Interesse galt dem frischgebackenen Ex-Ehemann und Ex-Liebhaber. Doch Becker kam nicht, er zog es vor, im Hotel zu bleiben.

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