STADTMENSCHEN : Weltmusik und Weltfrieden

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Virtuos, genial, bedeutend. Klaus Wowereit, der Regierende Kultursenator, spart nicht mit Pathos, wenn er den Pianisten Daniel Barenboim beschreiben muss. Die Musikmetropole Berlin, ließ Klaus Wowereit Barenboim vorab wissen, sei stolz darauf, dass ein „aktiver Weltbürger“ in der Stadt wirke. So ähnlich hat er es auch in der Urkunde für Barenboim formuliert. Am Donnerstag wurde Daniel Barenboim die Ernst-Reuter- Plakette verliehen.

Barenboim ist der 183., der diesen Preis bekommt. Der Senat zeichnet damit in- und ausländische Persönlichkeiten für kommunale Verdienste in Wirtschaft, Wissenschaft, Politik oder Kunst aus.

Barenboim, argentinisch-spanisch-israelisch-palästinensischer Künstler, der als 20-Jähriger nach Berlin kam, schon 13 Jahre auf der Bühne stand und zwar vier Staatsbürgerschaften besitzt, aber nicht die deutsche, sagte in seiner Dankesrede: „Ich liebe diese Stadt.“ Er habe sich immer als Berliner gefühlt. Dass das Zusammenspiel des Staatsorchesters mit ihm als Dirigent so gut funktioniere, sei für ihn das größte Geschenk.

Barenboim hat seinen Vertrag als Generalmusikdirektor Staatsoper gerade erst bis 2022 verlängert. „Erst mal“, wie Wowereit schmunzelnd anmerkte. Barenboim wird im November 71 Jahre alt. Zum 70. hatte er die Barenboim-Said-Akademie für Nachwuchsmusiker aus dem Nahen Osten gegründet, die 2016 ihre Arbeit aufnehmen soll. Geschäftsführer ist der ehemalige Kulturstaatsminister Michael Naumann, der ebenso zur Feierstunde erschienen war wie Egon Bahr.

Weltmusik und Weltfrieden, Versöhnung und Toleranz: das alles sieht Wowereit in dem Künstler vereint. Barenboim selbst erinnerte sich lieber an sein erstes Konzert in Berlin 1963. „Nicht mehr Kind und noch nicht erwachsen“ sei er gewesen, „so wie jetzt.“ sny

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