Berlin : Stadtmenschen: Wie Kinder auf der Achterbahn

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Montagnachmittag, Prenzlauer Berg. Versehen mit Zetteln und Stiften, wuselten Kinder und Jugendliche im Sportjugendclub Kollwitzstraße aufgeregt herum. Plötzlich ein Raunen: Boris Becker, dessen schneeweißes Hemd in dekorativem Kontrast zum grauen Hinterhof stand, marschierte mit dem Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen zur Mini-Bühne. Dass dort weitere Ex-Sportgrößen wie der Leichtathlet Edwin Moses, der englische Fußball-Legende Bobby Charlton, die Turnerin Nadia Comaneci, der Schwimmer Mark Spitz, der Zehnkämpfer Daley Thompson und der Rugbyspieler Morne du Plessis posierten, interessierte die Kinder wenig - Hauptsache, Boris war da.

Die Sportlegenden sind Mitglieder der World Sports Academy, die heute in Berlin die Kandidaten der Laureus Sports Awards nominiert. Zu den begleitenden Aktionen gehört das in Prenzlauer Berg vorgestellte Projekt der "Sport for Good"-Stiftung, die von den Unternehmen DaimlerChrysler und Richemont finanziert wird. Die Stiftung fördert weltweit Projekte, in der "die Kraft des Sports mit Zielen der Sozialpädagogik und Sozialarbeit verbunden wird", sagte Stiftungs-Vorsitzender Edwin Moses. Boris und seine Gefährten waren zu "Ropes Course" gekommen, einem übergroßen, aus Holzsäulen und Stahlseilen gefertigten Klettergerüst. Mit ihm soll sozial benachteiligten oder straffällig gewordenen Jugendlichen geholfen werden. Die Stiftung arbeitet dabei mit dem Berliner "kick"-Projekt zusammen, einer Initiative von Sportjugend und Polizei. 200 000 Mark hat die Stiftung für den Parcours gespendet. Auf dem Jugendclub-Gelände steht momentan nur provisorisch ein Teil. Der gesamte Hochseilgarten wird im Juni auf dem Gelände der Sportjugend am Olympiastadion stehen. Deren Vorsitzende Claudia Zinke lobte die "wichtigen Erfahrungen" beim Seilklettern, die sich "positiv auf das Selbstwertgefühl der Jugendlichen auswirken." Den Reden sollten nun Taten folgen. Moses und Diepgen stülpten sich Helme über und zogen mit Kindern an den Kletterseilen, während oben ein Mädchen über eine Planke blancierte. Derweil hatte sich Boris Becker auf ein Holzgerüst geschwungen und schrieb Autogramme. Beim anschließenden Kicken mit Bobby Charlton kamen die Zuschauer auf ihre Kosten: Boris und Bobby spielen Kopfball! tabu

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Montagnachmittag, Marienfelde. Im Vorfeld der Nominierung zu den Laureus World Sport Awards hatte die DaimlerChrysler-Niederlassung Mitglieder der World Sport Academy zu Testfahrten in seinen Fahrsimulator, angeblich den modernsten der Welt, geladen. Gekommen waren Giacommo Agostini, ehemaliger italienischer Motorradprofi, Miguel Indurain, spanischer Radrennprofi und viermaliger Tour-de-France Sieger, Hugo Porta, argentinischer Rugbyspieler und die australische Schwimmlegende Dawn Fraser. Jeder durfte 15 Minuten in den Simulator, ihre Versuche wurden als eine Art Wettkampf ausgetragen: Slalomfahrt über die Autobahn. Doch so richtig ernst nahm diesen Wettkampf wohl keiner. Dawn Fraser rief immer wieder begeistert: "Oh, so much fun!" Auch Indurain musste bei den heftigen Bewegungen des Simulators juchzen, wie ein Kind in der Achterbahn. Agostino telefonierte schon im Simulator selbstsicher erstmal mit dem Handy. Dann fuhr der ehemalige Motoradprofi locker und fast fehlerfrei seinen Slalomparkur und bewies, dass er fahrerisch noch einiges auf dem Kasten hat. Schnellster war schließlich Giacomo Agostini, der die simulierten rot-weißen Kegel in 16,2 Sekunden umrundete. pas

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