Berlin : Stadtmenschen

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Schuhgeschäft und Showbusiness

Aus den Hoflieferanten feudalistischer Zeiten sind inzwischen die Star-Lieferanten geworden. Wer einen Schwung Sängerinnen und Schauspielerinnen zu seinen Kundinnen zählt, darf auf Kult-Status hoffen. Und den hat Schuh-Künstler Manolo Blahnik inzwischen dank einer internationalen Kundschaft, zu der Kate Moss, Jerry Hall, Naomi Campbell und Madonna zählen, in einer Art und Weise erreicht, dass viele glamourorientierte Karrierefrauen die fragil wirkenden "Manolos" als Muss betrachten. Bei einer Cocktailparty im Quartier 206 verriet der Meister, aus London kommend, wie alles angefangen hat. Seine allererste Erinnerung sieht den kleinen Manolo in seinem Geburtsort Santa Cruz auf Teneriffa mit einem riesigen Schuh seines Vaters in beiden Händen. "Ich liebe Füße", schwärmt er. "Ich habe nie etwas anderes machen wollen als Schuhe." Seine eigenen Schuhe schneidert ein alter Mann in seiner Fabrik, immer die gleichen, aber in verschiedenen Farben. Und was denkt er über Frauen, die flache Schuhe tragen? "Sehr sexy", antwortet er ohne einen Hauch des Zögerns. "In flachen Schuhen ist es ja noch viel schwerer, sexy zu gehen, aber denken Sie nur an Brigitte Bardot in ihren Ballerinas, sie ging wie eine Katze." Prophezeiungen über die kommende Schuhmode gibt er nicht ab, da ist er ganz Snob: "Ich mache keine Mode." Seine 9,5 Zentimeter hohen Schuhwerke betrachtet er lieber als Gesten. Ohne eine Prise Grandezza läuft eben gar nichts im Star-Business. Bi

Auf Marlenes Spuren

Im Dezember wird sie überall gefeiert - Marlene Dietrich, der wohl einzige Weltstar deutscher Herkunft, wäre am 27. Dezember 100 Jahre alt geworden. Wer Maximilian Schells einzigartiges Filmporträt über die Diva gesehen hat, weiß, was sie bei so viel Brimborium um ihre Person gesagt hätte: "Quatsch." Wer mehr über den "Blauen Engel" alias Marlene erfahren möchte, kann mit dem Kulturbüro Berlin - (Anmeldung unter der Rufnummer: 444 0936) - einen geführten "Erlebnistag auf den Spuren einer Berliner Legende" unternehmen. Dazu gehört nicht nur eine dreistündige Stadtrundfahrt und ein dreigängiges Menü nach Marlene-Rezepten, sondern auch abschließend der Theaterbesuch bei "Marlene" alias Judy Winter im Renaissance-Theater. hema

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