Stadtplanung 2012 : Berlin bleibt nicht Berlin

Das Jahr 2012 wird das Gesicht der Metropole entscheidend prägen. Es geht um die Ausrichtung einer Bauausstellung, die Zukunft der alten Mitte und ehemaligen Flugfelder. Aber auch in der City West, am Ostbahnhof und Alexanderplatz geht es sichtbar voran.

von
Unter Konstruktion: Für das Jahr 2012 stehen so einige Bauprojekte auf dem Plan, die das Gesicht der Stadt nachhaltig verändern werden.
Unter Konstruktion: Für das Jahr 2012 stehen so einige Bauprojekte auf dem Plan, die das Gesicht der Stadt nachhaltig verändern...Foto: ddp

Die zentralen Orte Berlins bekommen in diesem Jahr ein neues Gesicht: Die City West rund um die Gedächtniskirche, der Schlossplatz, das Gebiet der Mediaspree – wo keine Bagger Baugruben ausheben, da stehen Pläne vor dem Abschluss, werden Altbauten saniert oder Neubauten eröffnet. Nicht nur im Zentrum werden die Weichen für das Neue Berlin gelegt, sondern auch an Verkehrszentren: Der Großflughafen öffnet, südlich vom Hauptbahnhof wird der Washingtonplatz fertig, nördlich davon das Hochhaus „Total Tower“ und die Debatte um die stillgelegten Airportareale in Tempelhof und Tegel wird entschieden.

Wohnturmbau am Alexanderplatz
Mit seiner zentralen Lage und den diversen Sehenswürdigkeiten lockt der Alexanderplatz jährlich tausende von Touristen. Nun soll er auch für Einheimische wieder besonders interessant werden.Weitere Bilder anzeigen
1 von 13Foto: Mike Wolff
13.09.2011 18:25Mit seiner zentralen Lage und den diversen Sehenswürdigkeiten lockt der Alexanderplatz jährlich tausende von Touristen. Nun soll...

Diese Beispiele zeigen: Es geht nicht nur um ein paar neue Bauprojekte, sondern um das Herz Berlins – die kulturelle Identität der Stadt wird neu geprägt. Weil das Einheitsdenkmal auf den Weg gebracht wird. Weil das Schloss zum Forum der Wissenschaften und Kulturen der Welt werden soll. Und weil über die großen innerstädtischen Leerstellen entschieden wird.

Konzepte für den Flughafen Tegel
Alles Öko. Das Architektenbüro gmp entwarf einst den Flughafen Tegel und wirbt nun für eine dortige „Stadt der Zukunft“, in der sich alles um erneuerbare Energien dreht. Dieser Entwurf des Architekturbüros gmp sieht eine enge Bebauung entlang der beiden Rollbahnen vor, der Tegeler Forst würde erweitert.Weitere Bilder anzeigen
1 von 10Simulation: Promo
08.01.2012 15:25Alles Öko. Das Architektenbüro gmp entwarf einst den Flughafen Tegel und wirbt nun für eine dortige „Stadt der Zukunft“, in der...

„2012 ist ein entscheidendes Jahr auch für die Internationale Bauausstellung“, sagt Senatsbaudirektorin Regula Lüscher. Lange wurde nach einem Leitmotiv für die IBA 2020 gesucht. Nun steht fest: Wohnen – Wissen – Wirtschaft in der „gemischten Stadt“ stehen im Zentrum der Schau. Damit könnte der Senat an die IBA 1984-87 anschließen, bei der zahlreiche Wohnhäuser in der südlichen Friedrichstadt entstanden. Zugleich schließt das Thema die zeitgenössischen sozialpolitischen und architektonischen Debatten mit ein. Ein „Mekka der Wohnforschung“ könnte Berlin nach Lüschers Worten werden, effiziente und wirtschaftliche Häuser könnten entstehen und die Großgebiete der Nachkriegsmoderne so „nachgerüstet“ werden, dass sich auch dort gemischte Kieze bilden.

Auf dem Gebiet der Tempelhofer Freiheit soll noch in diesem Jahr die Genehmigung für den Bau der „Zentral- und Landesbibliothek“ ergehen, so Lüscher weiter. Sie nennt es das „einzige und einzigartige Großprojekt“, das sich das Land auf Jahre hinaus leisten könne. Die „Bibliothek fürs Volk“ direkt am größten öffentlichen Park Berlins werde Strahlkraft in ganz Europa haben. Das Konzept sei städtebaulich vergleichbar mit den Plänen in Mitte – mit dem Humboldtforum und der Freifläche, die Lüscher östlich davon „ergänzend zum Lustgarten“ auf dem Marx-Engels-Forum anlegen möchte, mit einem abgetreppten Zugang bis hinunter zur Wasserkante der Spree. Offene freie Flächen neben Bibliothek oder Museum, „wo man sich erholt von den vielen Eindrücken aus den Kultureinrichtungen“.

Das Debakel um den neuen Flughafen in Bildern
Ende August 2012 hatte der Regierende Bürgermeister und Aufsichtsratvorsitzende des BER, Klaus Wowereit, noch die Verantwortung für das Flughafen-Desaster übernommen. Am 24.05.2013 wies er jedoch eine persönliche Verantwortung für die mehrfache Verschiebung des Eröffnungstermins im BER-Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses von sich. Doch nun, Mitte Dezember ist sein Comeback als Aufsichtsrat sicher.Weitere Bilder anzeigen
1 von 134Foto: dapd
13.12.2013 10:52Ende August 2012 hatte der Regierende Bürgermeister und Aufsichtsratvorsitzende des BER, Klaus Wowereit, noch die Verantwortung...

54 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben