Stadtplanung 2012 : Berlin bleibt nicht Berlin
16.01.2012 00:00 UhrDie zentralen Orte Berlins bekommen in diesem Jahr ein neues Gesicht: Die City West rund um die Gedächtniskirche, der Schlossplatz, das Gebiet der Mediaspree – wo keine Bagger Baugruben ausheben, da stehen Pläne vor dem Abschluss, werden Altbauten saniert oder Neubauten eröffnet. Nicht nur im Zentrum werden die Weichen für das Neue Berlin gelegt, sondern auch an Verkehrszentren: Der Großflughafen öffnet, südlich vom Hauptbahnhof wird der Washingtonplatz fertig, nördlich davon das Hochhaus „Total Tower“ und die Debatte um die stillgelegten Airportareale in Tempelhof und Tegel wird entschieden.
Diese Beispiele zeigen: Es geht nicht nur um ein paar neue Bauprojekte, sondern um das Herz Berlins – die kulturelle Identität der Stadt wird neu geprägt. Weil das Einheitsdenkmal auf den Weg gebracht wird. Weil das Schloss zum Forum der Wissenschaften und Kulturen der Welt werden soll. Und weil über die großen innerstädtischen Leerstellen entschieden wird.
„2012 ist ein entscheidendes Jahr auch für die Internationale Bauausstellung“, sagt Senatsbaudirektorin Regula Lüscher. Lange wurde nach einem Leitmotiv für die IBA 2020 gesucht. Nun steht fest: Wohnen – Wissen – Wirtschaft in der „gemischten Stadt“ stehen im Zentrum der Schau. Damit könnte der Senat an die IBA 1984-87 anschließen, bei der zahlreiche Wohnhäuser in der südlichen Friedrichstadt entstanden. Zugleich schließt das Thema die zeitgenössischen sozialpolitischen und architektonischen Debatten mit ein. Ein „Mekka der Wohnforschung“ könnte Berlin nach Lüschers Worten werden, effiziente und wirtschaftliche Häuser könnten entstehen und die Großgebiete der Nachkriegsmoderne so „nachgerüstet“ werden, dass sich auch dort gemischte Kieze bilden.
Auf dem Gebiet der Tempelhofer Freiheit soll noch in diesem Jahr die Genehmigung für den Bau der „Zentral- und Landesbibliothek“ ergehen, so Lüscher weiter. Sie nennt es das „einzige und einzigartige Großprojekt“, das sich das Land auf Jahre hinaus leisten könne. Die „Bibliothek fürs Volk“ direkt am größten öffentlichen Park Berlins werde Strahlkraft in ganz Europa haben. Das Konzept sei städtebaulich vergleichbar mit den Plänen in Mitte – mit dem Humboldtforum und der Freifläche, die Lüscher östlich davon „ergänzend zum Lustgarten“ auf dem Marx-Engels-Forum anlegen möchte, mit einem abgetreppten Zugang bis hinunter zur Wasserkante der Spree. Offene freie Flächen neben Bibliothek oder Museum, „wo man sich erholt von den vielen Eindrücken aus den Kultureinrichtungen“.



















































