Stadtplanung : Bau der Schinkel-Akademie rückt näher

Lange wurde um die Finanzierung des Projekts gerungen. Jetzt kündigt der Berliner Unternehmer Hans Wall an, bis zu 20 Millionen Euro stiften zu wollen. Das nächste Treffen soll es im April geben.

Claudia Keller,Matthias Oloew
Schinkel-Akademie
Noch besteht die Fassade vor allem aus einer Plastikfolie. -Foto: dpa

Dem Wiederaufbau der Schinkelschen Bauakademie am Auswärtigen Amt steht nicht mehr viel im Weg. Denn der Berliner Unternehmer Hans Wall will 20 Millionen Euro in das Projekt investieren. „Die Bauakademie ist mein Traum von einem Schloss in Berlin“, sagte Wall, der sein Geld als Stadtmöblierer und mit Außenwerbung verdient. Außerdem wolle er Berlin und der Region etwas Gutes tun, da er der Stadt viel zu verdanken habe. Er betont ausdrücklich, dass nicht seine Firma, sondern er persönlich das Geld geben will.

Damit ist der Großspender gefunden, nach dem der Verein Internationale Bauakademie Berlin (IBB) und dessen Präsident Hans Kollhoff lange gesucht haben. Der Wiederaufbau des Gebäudes scheiterte in den vergangenen Jahren immer mangels eines generösen Mäzens, der den Löwenanteil der Kosten schultert.

Das Land Berlin hat das Grundstück unentgeltlich zur Verfügung gestellt, den Bau muss der Verein IBB alleine finanzieren. Hans Kollhoff hatte die Kosten für den Wiederaufbau vor einem halben Jahr auf 15 bis 20 Millionen Euro geschätzt. Vor drei Jahren war die Rede von 25 Millionen Euro gewesen. Um die Kosten zu reduzieren, wolle man auf den Bau eines Kellers verzichten, hieß es. Auch der Stromkonzern Vattenfall kann sich vorstellen, das Projekt in den kommenden drei Jahren mit einer sechsstelligen Summe zu fördern.

Hans Wall ist schon seit einer Weile mit Kollhoff und dem Land Berlin im Gespräch bezüglich seiner Spende für die Bauakademie, wie Torsten Wöhlert, der Sprecher der Kulturverwaltung des Senats, bestätigte. Kulturstaatssekretär André Schmitz habe die Idee bei einem privaten Abendessen im Beisein von Hans Kollhoff an den Unternehmer Wall herangetragen. Dieser habe sich sofort dafür begeistert. „Man ist sich einig, nun lotet man aus, wie man die private Geldspende praktisch und juristisch umsetzen kann“, sagte Wöhlert. Auch Mathias Voigt, Sprecher des IBB, bestätigt, dass es Gespräche zwischen Wall, dem Land Berlin und dem IBB gibt. Das nächste Treffen soll es im April geben. Ein endgültiges Ergebnis liege aber noch nicht vor. Daher könne er auch noch keinen Termin für einen eventuellen Baubeginn nennen. Dennoch: Es scheint sich die Vorhersage von Hans Kollhoff zu bewahrheiten. Der renommierte Architekt äußerte vor einigen Monaten die Hoffnung, mit dem Baubeginn des Humboldt-Forum genannten Stadtschlosses werde auch der Wiederaufbau der Schinkel-Akademie genügend Unterstützer finden. Die von Lehrlingen erstellte Fassadenecke des Gebäudes soll dabei in den Neubau integriert werden.

Unternehmer Wall, Architekt Kollhoff und Staatssekretär Schmitz kennen sich auch vom Verein „Denk mal an Berlin“, dessen Vorstandsvorsitzender Wall ist. Kollhoff und Schmitz sitzen im Kuratorium.

Die Berliner Bauakademie wurde zwischen 1832 und 1836 nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel realisiert. In dem Gebäude, das zu den berühmtesten Berliner Bauten des 19. Jahrhunderts zählt, hatte Schinkel auch seine Dienstwohnung. Bei einem Bombenangriff im Februar 1945 brannte die Bauakademie vollständig aus, das Gebäude bleib aber erhalten. Es wurde erst Anfang der 1960er Jahre abgerissen. Der Wiederaufbau wurde vom Berliner Abgeordnetenhaus beschlossen, er konnte bisher aber wegen Mangel an Sponsoren nicht begonnen werden.

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