Berlin : Stadtrat Hanke soll Parteichef werden

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Mit der Neuwahl des Kreisvorstandes soll am kommenden Sonnabend der Verjüngungsprozess bei der Bezirks-CDU abgeschlossen werden. Die Wahl des Stadtrates für Bildung, Kultur und Sport, Gerhard Hanke (43) zum neuen Kreisvorsitzenden der Christdemokraten gilt als sicher. Die bisherige Kreisvorsitzende Christel Zuchowski (63), die bereits auf eine erneute Kandidatur für das Abgeordnetenhaus verzichtet hatte, tritt auch für das Parteiamt nicht mehr an.

Hanke, der über eindeutige Mehrheiten in der Partei verfügt, gilt hinter Bürgermeister Konrad Birkholz (51) als der eigentliche Drahtzieher der Spandauer CDU-Politik. Er ist Initiator der parteiinternen Verjüngungskur. In ihrer Folge wurden, wie berichtet, im November 1998 bei der Kandidatenkür für die jüngsten Kommunalwahlen vier Abgeordnete und zehn Bezirksverordnete ausgewechselt. Als Konsequenz hatte es einige spektakuläre Parteiaustritte gegeben. Mit ihrer neuen Mannschaft erreichten die Christdemokraten am 10. Oktober dann erstmals die absolute Stimmenmehrheit.

"Man muss sich rechtzeitig überleben, wann man die Arbeit in jüngere Hände legt", sagte der Kulturstadtrat. Berücksichtigt werden solle, wer wirklich mitarbeiten wolle. Mandatsträger dürften nicht an ihren Ämtern kleben. Hanke strebt eine Befriedung der lange Jahre zerstrittenen Ortsverbände, eine enge Verzahnung zwischen Partei und Bezirksverordneten-Fraktion sowie eine stärkere Position des Kreisverbandes auf Landesebene an.

Während der Jung-Abgeordnete Kai Wegner (27) seinen Stellvertreter-Posten behalten soll, scheint die Besetzung des zweiten Vize-Kreisvorsitzenden noch offen. Als unwahrscheinlich gilt die Wiederwahl des Amtsinhabers Frithjof Hornemann. Nach seiner gescheiterten Bundestags-Kandidatur hatten ihn die Spandauer Parteifreunde bereits bei den Bewerbungen für Abgeordnetenhaus und BVV durchfallen lassen. Chancen werden dagegen Marcus Weichert (24) und Matthias Brauner (25) eingeräumt, die ebenfalls den Weg ins Abgeordnetenhaus schafften.

Die Vergangenheit holte die Spandauer CDU noch einmal ein, als der Vorsitzende der Seniorenunion, Heinz Bosbach (70), seinen Austritt erklärte. Der mit Protest gegen die Personalpolitik der Spandauer Christdemokraten begründeter Schritt des Kommandanten der Spandauer Stadtgarde - einer Berliner Variante des "Langen Kerls" - stieß parteiintern auf Verwunderung. Schließlich habe Bosbach freiwillig auf das ihm angebotene Amt des Ortsverbandsvorsitzenden in der Altstadt verzichtet, hieß es dort. Zum Bosbach-Nachfolger bei den Parteisenioren wurden am Mittwoch Ludwig Möritz gewählt, der ebenfalls in der Stadtgarde aktiv ist.

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