Berlin : Stadtschloss: Die Rechnung, bitte

C. v. L.

Wie lässt sich ein rund eine Milliarde Euro teurer schlossähnlicher Neubau auf dem Schlossplatz finanzieren? Die Internationale Expertenkommission Historische Mitte, die zum Jahresende die Wiederherrichtung barocker Fasssaden vorgeschlagen hatte, will am Freitag mit den Empfehlungen zur Finanzierung des Neubaus ihre Arbeit beenden. Es zeichnet sich bereits ab, dass das Finanzierungskonzept aus drei Bausteinen besteht: aus einem öffentlichen Anteil, aus Grundstücksverkäufen der künftigen Nutzer, beispielsweise der Dahlemer Museen, und aus Spenden und einem Stiftungsmodell, das aber noch präzisiert werden muss.

Strittig ist, ob die neben Museen und Bibliotheken geplante Veranstaltungsstätte privat bezahlt werden soll und die Refinanzierung aus Mieten möglich ist. Sollten marktübliche Mieten kalkuliert werden, könnte das nach Ansicht von Skeptikern die Zahl der Veranstaltungen beeinträchtigen.

Die vom Bund und vom Land beauftragte Kommission, im Frühjahr unter Vorsitz des österreichischen Europa-Abgeordneten Hannes Swoboda ins Leben gerufen, kommt am Freitag zur elften Sitzung zusammen. Die Experten hatten sich darauf verständigt, als künftige Nutzer die Dahlemer Museen mit ihren außereuropäischen Sammlungen, die Humboldt-Universität mit wissenschaftlichen Sammlungen und Teile der Zentral-und Landesbibliothek Berlin in einem schlossähnlichen Neubau unterzubringen. Die Nutzer müssten sich nun auch an der Finanzierung beteiligen.

Bund und Land Berlin hatten bereits vor Kenntnis des Abschlussberichtes auf ihre leeren Kassen hingewiesen und damit den Kommissionsvorsitzenden verärgert. Unstrittig ist aber, dass sie das Grundstück des Schlosses einbringen wollen. Zwei Drittel des Areals gehören dem Bund, ein Drittel Berlin.

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