Stadtschloss-Rekonstruktion : Linksfraktion will nicht für Spenden geradestehen

Die Linksfraktion ist dagegen, die Fassade des geplanten Humboldt-Forums in Mitte aus öffentlichen Mitteln Berlins mitzufinanzieren. Die Politiker zweifeln daran, dass Spenden in Höhe von 80 Millionen Euro zusammenkommen.

Berlin - Angesichts des absehbaren Scheiterns der privaten Einwerbung von 80 Millionen Euro für die barocken Schlossfronten werde es nicht bei der Vorfinanzierung bleiben, sagten der stadtentwicklungspolitische Sprecher Thomas Flierl und der kulturpolitische Sprecher Wolfgang Brauer.

Bevor nicht das integrierte Konzept des Humboldt-Forums durch ein konkretes und transparent nachvollziehbares Nutzungs- und Raumkonzept unterlegt werde, behalte sich die Linksfraktion ihre Stellungnahme zu einem Berliner Anteil vor, der die Einbringung der Grundstücke übersteige. Das Projekt des Humboldt-Forums dürfe nicht zum Projekt eines Fassadenschlosses werden, hieß es. Entscheidend sei die konkrete Nutzung.

Zugesagte Spenden werden vorfinanziert

In einer Anhörung im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr hatten Vertreter der Bundesregierung der Linkspartei zufolge heute offenbart, dass im Berliner Kostenanteil auch die Vorfinanzierung der von privater Seite zugesagten Mittel für die Rekonstruktion der Schlossfassade enthalten sei. Der Kostenanteil zur Errichtung des Humboldt-Forums wurde zwischen Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit und Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (beide SPD) verabredet. Im Maße der Einwerbung von Spendenmitteln würde Berlin diese Vorfinanzierung erstattet werden.

Für den Architekturwettbewerb fordert die Linkspartei eine Vorgabe, die das Humboldt-Forum unabhängig vom privaten Spendenfluss entstehen lässt und eine öffentliche Vorfinanzierung der Fassaden ausschließt. Wenn die Fassade aus privaten Spenden realisiert werden solle, dann sei eine Architektur zu finden, die dies als work in progress ermögliche und gegebenenfalls auch mit einer Teilrekonstruktion zurechtkomme. Ab 2010 soll auf dem Berliner Schlossplatz ein Gebäude in der Kubatur des gesprengten Stadtschlosses mit der historischen Fassade errichtet werden. (tso/ddp)

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