Stadtschloss : Thierse hält Bauverschiebung für "lächerlichen Sparbeitrag"

Die Bundesregierung stellt den Bau des Berliner Stadtschlosses auf den Prüfstand - es würde den Bund eine halbe Milliarde Euro kosten. Für Bundestagsvize Thierse wäre dieser Sparbeitrag eine "Schande".

Wolfgang Thierse
Wolfgang ThierseFoto: ddp

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) hat die Bundesregierung aufgefordert, den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses planmäßig zu realisieren und Forderungen nach einer Verschiebung wegen der Finanzkrise eine Absage erteilt. „Es wäre eine Schande, wenn Schwarz-Gelb mit falscher Prioritätensetzung beim Sparen dieses kulturpolitische Projekt von Weltbedeutung gefährden würde“, sagte Thierse in einem Interview der Zeitschrift „Super Illu“.

Zudem wäre eine Verschiebung des Vorhabens „auch eine Ohrfeige für die vielen engagierten Bürger“, die den Bau mit Spenden unterstützen wollten. Thierse: „Wir reden hier von einer sechs- bis zehnjährigen Bauphase ab Grundsteinlegung 2011 und jährlichen Baukosten in der Größenordnung von 30 bis 40 Millionen Euro. Was wäre das für ein lächerlicher Sparbeitrag im Vergleich zu den 100 Millionen Euro, die etwa drei Kilometer Autobahn-Neubau kosten?!“

Der umstrittene Wiederaufbau des Stadtschlosses in Berlins Mitte kostet nach derzeitiger Planung rund 550 Millionen Euro und soll bis 2017 dauern. 440 Millionen Euro soll der Bund übernehmen. (sf/ddp)

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