Stalinismusopfer : "Gedenkstein ist geschmacklos"

Mit scharfer Kritik hat die Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) auf die Enthüllung eines Opfer-Gedenksteins in Berlin-Friedrichsfelde reagiert.

Berlin - Der stellvertretende VOS-Bundesvorsitzende Hugo Diederich erklärte, es sei "geschmacklos, dass ein Gedenkstein für die Opfer des Stalinismus in unmittelbarer Nähe zum SED-Ehrenmal auf dem so genannten Zentralfriedhof der Sozialisten errichtet wurde". Täter und Opfer werden nach Diederichs Ansicht so "in einen Topf geworfen". Deshalb sei die VOS der Einweihung fern geblieben.

Zudem greift der Gedenkstein nach Auffassung der Vereinigung zu kurz. Stalin sei 1953 gestorben und danach in der DDR totgeschwiegen worden. Das Gedenken gebühre aber allen Opfern kommunistischer Gewaltherrschaft, mahnte Diederich. Die VOS wurde 1950 gegründet und vereint nach eigenen Angaben bundesweit tausende Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft und deren Sympathisanten. Der Gedenkstein war am Montag eingeweiht worden. (tso/ddp)

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