STANDGUT : Die langen Beine der Dorngespenstschrecke

Die Grüne Woche hat für jeden etwas zu bieten. Wir stellen täglich einen kleinen Höhepunkt vor.

„Was ist das denn?“ Die Frage fällt im Minutentakt. „Eine Dorngespenstschrecke“, antwortet Jacqueline immer wieder geduldig. Manche Besucher bleiben dann neugierig stehen und sehen sich das seltsame Tier auf der Hand der 14-Jährigen genauer an: den dicken dunklen Panzer, die langen Beine mit den Widerhaken an den Enden und den Stachel am hinteren Ende, den die Weibchen in den Boden bohren, um ihre Eier dort abzulegen. Andere Besucher springen sofort mit angeekeltem Gesichtsausdruck zur Seite – bloß weg von den Terrarien des Privaten Museums für Tierkunde Berlin. Der Stand ist einer der größten in Halle 1.2., bei den „Heimtieren“. Denn trotz ihres abschreckenden Äußeren ist das riesige Insekt aus Neuguinea ein angenehmes, pflegeleichtes Haustier. „Und löst keine Allergien aus“, sagt Miriam Bäßler, die als Biologin im Museum arbeitet. „Wir wollen den Iiiiih-Effekt abbauen.“ Bei manchen gelingt das ganz gut: Eine ältere Dame lässt sich das Tier von Praktikantin Jacqueline sogar auf die Hand setzen. „Nicht wegziehen, warten bis alle sechs Beine auf Ihrer Hand sind“, sagt Miriam Bäßler zu der Besucherin. Sonst bohren sich die Widerhaken in die Haut. Aber aggressiv ist das Tier bestimmt nicht. „Das Weibchen hier ist so faul“, sagt Jacqueline und stupst es an, damit es sich ein bisschen bewegt. dma

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