STANDGUT : Wurst aus der Algenrepublik

110 000 Spezialitäten aus 56 Ländern: Die Grüne Woche hat für jeden etwas zu bieten. Wir geben täglich eine Kostprobe.

Es geschah mitten im Urwald an der Westküste Kanadas: „Plötzlich musste ich an Algen denken“, sagt Remi Böttcher. „Mitten in der Einsamkeit.“ Das ist inzwischen mehr als zehn Jahre her. Aber der Gedanke an Algen hat ihn nicht mehr losgelassen. Nun steht er zum ersten mal auf der grünen Woche und versucht, die Besucher von seinen Produkten aus der Braunalge Laminaria zu überzeugen: Algenmischbrot, Algenkekse, Algenfrikadellen und Wurstspezialitäten aus Algen – alle rein vegetarisch und laut Böttcher eine „Weltneuheit“. Vorher habe er acht Jahre lang in seiner Küche herumprobiert, abends nach seiner Arbeit als Klempner, Elektriker und Fliesenleger. Mittlerweile betätigt er sich auch als Ernährungsexperte: „Die meisten Menschen sind vollkommen unterversorgt, wenn es um Selen und Jod geht – das kann man ändern, indem man Algen isst. Aber mein erstes Anliegen war, eine Wurst herzustellen, für die kein Tier sterben muss.“ Dabei sei er selbst kein Vegetarier, sagt der 53-Jährige Niedersachse. Er habe versucht, die Wiener, Curry-Bratwürste so „fleischähnlich“ wie möglich herzustellen: Und zwar von einem Fleischermeister in der Lünburger Heide. „Es war nicht einfach, einen zu finden.“ Seine Algenwürstchen seien eine Alternative zu Tofu und Soja – und so schmecken sie auch. dma

Halle 5.2a/114

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