Berlin : Starke Selbstheilungskräfte

Badewarnung im Schlachtensee wieder aufgehoben

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Bei vielen Wasserfreunden ist das Bad im Schlachtensee wie der Sprung in eine Heilquelle. Aber die Gesundheitsbehörden rieten in den letzten Tagen erstmals vom Bade ab: Zu viele Fäkalkeime, die eine Gefahr für „Risikogruppen“ wie Kleinkinder und ältere Menschen bedeuten könnten. Am Mittwoch kam jedoch die Entwarnung, passend zur erwarteten Wiederkehr des Sommers. Auch wenn eine letzte Messung noch aussteht, sagt Experte Robert Rath: „Man kann rein.“

Mit dem Schlachtensee geriet auch der Teufelssee in die kritischen Werte. Für ein Badeverbot reichten sie nicht, nur für die Empfehlung, den See zu meiden. Der letzte Starkregen hatte viel Dreck ins Wasser gespült, Hundekot, tote Vögel, Essensreste und anderes Unappetitliche. Das kostete den See Sauerstoff und vielen Fischen das Leben. Aber zwei, drei Tage nach einem solchen Regen sind die Gewässer erfahrungsgemäß wieder sauber. Rath bescheinigt gerade den Berliner Seen bemerkenswerte Selbstheilungskräfte. Ein wirkliches Badeverbot wegen grenzüberschreitender Keime soll es seit über 15 Jahren nicht mehr gegeben haben. Dass ausgerechnet der Schlachtensee, bekannter Geheimtipp für sauberes Wasser, ins Gerede kam, hat die Experten überrascht. „Die Natur macht eben vor Niemandem halt“, sagt Robert Rath.

Nun also kann, ohne Angst vor Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, auch im Schlachtensee wieder gebadet werden. Und selbst wenn es ein Verbot gegeben hätte: Das Beispiel Halensee zeigt seit Jahren, dass sich auch ein belasteter See seiner Schwimmfreunde sicher sein darf. Dort wird trotz Verbotsschildern – ohnehin oft besprüht oder in Wasserrichtung gedreht – gern gebadet. Eine neue Filteranlage am Ufer soll bald das Wasser verbessern. Rund 40 offizielle Badestellen gibt es, ausgestattet mit 400 Messpunkten. Jährlich wird üblicherweise nur an zwei Stationen eine geringfügige Grenzüberschreitung an Keimen registriert. Die EU schreibt vor, vom 15. Mai bis zum 15. September alle zwei Wochen die Fäkalkeime zu ermitteln. Algen sind „kein Gesundheits-, sondern ein Ekelthema“, sagt Rath.C. v. L.

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