Berlin : "start social": Hilfe braucht Helfer

Amory Burchard

Wie eine Rakete solle die Idee von "start social" zünden, sagte der Regierende Bürgermeister am Dienstagabend bei der Siemens AG am Rohrdamm. Eberhard Diepgen eröffnete die erste Berliner Runde des bundesweiten Wettbewerbs für soziale Ideen und ehrenamtliche Projekte. "Hilfe braucht Helfer, Hilfsprojekte brauchen Partner", so Diepgen. Die Initiatoren des "start social"-Wettbewerbs - McKinsey, Deutsche Post, Daimler-Chrysler, die Gerling AG und Pro Sieben, Sat 1 - wollen freiwilligem Bürgerengagement mit professionellem "coaching" auf die Beine helfen. Der Tagesspiegel ist Medienpartner der Aktion.

Als beispielhafte Initiativen vorgestellt wurden bei der Auftaktveranstaltung unter anderem Lesewelt e.V. und der Kinderzirkus Cabuwazi. Lesewelt ist ein Verein, der ehrenamtliche Vorleser in Kinder- und Jugendbibliotheken bringt: Vor allem Mädchen und Frauen lesen einmal pro Woche in kleinen Gruppen vor, gucken mit den Kindern die Bilder an, sprechen mit ihnen über die Geschichten. "Wir wollen Lesen als positives Erlebnis vermitteln", sagte Geschäftsführerin Carmen Stürzel. Der Kreuzberger Zirkus Cabuwazi ist 1994 aus einer Elterninitiative entstanden. Heute trainieren dort 650 Kinder und "lernen, dass Anstrengung sich lohnt", sagte Zirkusgründer Karl Köckenberger.

Wer eine Projektidee hat, die ein soziales Problem in der Stadt anpackt, kann sich bis zum 13. Juli bei "start social" bewerben. Die Projekte durchlaufen drei immer intensiver betreute Phasen. Die skizzierten Ideen werden in der ersten Phase von einer Jury aus Sozial- und Wirtschaftsexperten bewertet. Mit Förderung könnten Projekte rechnen, die auf Langzeitwirkung angelegt seien und effizient arbeiten wollten, sagen die Initiatoren. Die Jury wählt bis Mitte August Projekte aus, die in der zweiten Phase von Trainern - Studenten verschiedener Fachrichtungen - betreut werden. Auch bereits tätige Initiativen können sich bewerben. Sie will "start social" kritisch durchleuchten und eventuell korrigieren. Für alle Projekte geht es um die Koordinierung der Arbeit, um die Finanzierung, Spenden- und Sponsorenwerbung. Teilnehmer, die nicht in die zweite Phase kommen, erhalten eine schriftliche Bewertung ihrer Idee.

In der dritten Phase werden den Projekten und ihren Trainern zusätzlich Mentoren aus den beteiligten Unternehmen oder aus Stiftungen an die Seite gestellt.

Die Initiatoren rechnen in der ersten Phase bundesweit mit 500 bis 1000 Wettbewerbs-Teilnehmern. Ab November sollen rund 200 Projekte in den Wettbewerb um je 10 000 Mark Startfinanzierung gehen. Die besten Initiativen sollen außerdem langfristig durch Sponsoren betreut werden.

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