Statistik : Weniger tödliche Arbeitsunfälle

Im vergangenen Jahr hat es in Berlin 29 schwere und sechs tödliche Arbeitsunfälle gegeben; im Jahr zuvor waren noch doppelt so viele Menschen am Arbeitsplatz ums Leben gekommen.

Aus diesem Rückgang lasse sich aber kein Trend ablesen, sagte Gesundheitsstaatssekretär Benjamin Hoff anlässlich der Veröffentlichung des Berliner Arbeitsschutzberichts. Die Zahlen schwankten seit Jahren und seien insgesamt im Verhältnis zu den Beschäftigtenzahlen relativ niedrig. Die meisten schweren Unfälle passierten auf Baustellen, hauptsächlich durch Abstürze. Auch Elektrounfälle durch unsachgemäße Installationen sowie Schnitt- und Sägeverletzungen kamen häufiger vor.

Um zu überprüfen, ob die Berliner Unternehmen die Arbeitsschutzrichtlinien einhalten, kontrollierte das Landesamt für Arbeits- und Gesundheitsschutz (Lagetsi) rund 3000 Betriebe. Zu den häufigsten Verstößen zählten unter anderem ungenügend gekennzeichnete Fluchtwege, unzureichend gesicherte Gerüste oder die Überschreitung von Grenzwerten beim Umgang mit gefährlichen Substanzen. Laut Hoff gibt es keine Hinweise darauf, dass unter dem Druck der Wirtschaftskrise Unternehmen die gesetzlichen Regelungen vernachlässigten.

Sorgen bereitet der Gesundheitsverwaltung aber die Zunahme an Erkrankungen im psycho-sozialen Bereich, die oft auf zu hohe Belastungen der Arbeitnehmer zurückzuführen sind. Um den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz zu fördern und Unternehmen für Vorsorge zu sensibilisieren, haben sich Arbeitgeberverbände, die Kammern, der DGB und die Gesundheitsverwaltung zum Netzwerk „Berliner Initiative Gesunde Arbeit“ zusammengeschlossen. sik

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