Statistik : Weniger Verkehrstote, mehr Verletzte

Der Berliner Senat hat die Verkehrsunfälle 2008 analysiert. Fußgänger und Radfahrer besonders gefährdet.

Florian Ernst

Berlin Im Berliner Straßenverkehr sind im vergangenen Jahr mit 55 Verkehrstoten weniger Menschen ums Leben gekommen als in den zehn Jahren davor. Die Zahl der bei Unfällen Verletzten hat dagegen zugenommen. Dies geht aus dem Verkehrsicherheitsbericht 2009 der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hervor, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Gegenüber 1999 (103) hat sich die Zahl der Verkehrstoten sogar nahezu halbiert. Insgesamt wurden bei 124.003 Unfällen auf Berlins Straßen im vergangenen Jahr 17.833 Menschen verletzt, davon 1828 schwer. Von 1998 bis 2005 war die Zahl der Verletzten rückläufig, seither steigt sie wieder an. Die Zahl der Verkehrsunfälle ging im Zehnjahresvergleich insgesamt leicht um fünf Prozent zurück.

Autofahrer verursachten Unfälle vor allem dann, wenn sie zu dicht auffuhren oder Fehler beim Abbiegen machten, besonders junge Erwachsene waren außerdem zu schnell unterwegs. Fußgänger kamen am häufigsten zu Schaden, wenn sie beim Überqueren einer Straße nicht aufpassten.

Unterscheidet man die Unfallopfer nach Verkehrsteilnehmern, ergibt sich seit dem Jahr 2000 folgender Trend: Während die Zahl der Verletzten bei Auto- und Lkw-Fahrern (minus 19 Prozent), deren Mitfahrern (minus 16 Prozent) und Fußgängern (minus 11 Prozent) konstant zurückgingen, nahmen sie im gleichen Zeitraum bei Rad- (plus 17 Prozent) und Motorradfahrern (plus 13) zu. Bei den Schwerverletzten ist der gleiche Trend zu erkennen. Bei den Radlern könne dies daran liegen, dass deren Anteil am Verkehr insgesamt zugenommen habe, heißt es in der Studie. Belegen lasse sich diese These derzeit aber nicht, da die Zahlen über die Verkehrsbeteiligung der verschiedenen Teilnehmergruppen zuletzt 1998 erhoben wurden und neue Zahlen erst ab 2010 vorliegen sollen.

Insgesamt waren zwischen 2005 und 2008 Autofahrer und Lkw-Fahrer mit 78 Prozent und 10,5 Prozent an Unfällen beteiligt. Dabei sei aber größtenteils nur Sachschaden entstanden.

Der Bericht ermittelt auch die größten Risikogruppen: Fußgänger und Radfahrer sind nach wie vor am meisten unfallgefährdet. Mit jeweils 28 Prozent waren in mehr als der Hälfte aller Unfälle Fußgänger und/oder Radfahrer beteiligt, etwa jeder fünfte Verunglückte war ein Motorradfahrer, etwa jeder siebte lenkte ein Auto.

Die Hauptrisikogruppen tragen auch die höchste Gefährdung, sich bei einem Verkehrsunfall besonders schwer zu verletzen. Das höchste Risiko haben Fußgänger (24 Prozent), gefolgt von Motorradfahrern (16 Prozent) und Radfahrern (11 Prozent). Unterscheidet man nach Altersklassen, besteht für junge Erwachsene im Alter zwischen 18 und 24 Jahren mit das größte Risiko bei einem Verkehrunfall zu verunglücken. 

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