Berlin : Statistik zu Einbrüchen: Für 75 Mark am Tag ein "Haushüter"

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Haushüter-Agenturen sind in Berlin noch rar. Diejenigen, die während ihrer Urlaubszeit einen Hüter ihres Heims suchen, werden von Nordrhein-Westfalen aus betreut. Nahe Münster sind Horst und Angelika Schulz (Telefon: 02501 97 00 05) auch für Berlin und die Umgebung zuständig. Haushüten heißt "Bewachen durch Bewohnen". Wenn die Mieter oder Eigentümer für den Urlaub die Wohnung oder das Haus räumen, zieht der Haushüter ein. 75 Mark pro Tag kostet das, dafür sei ein "Rundumschutz des Hauses" gewährleistet, verpricht Horst Schulz. Der Hüter betreut gegen ein Aufgeld von 6 Mark pro Tag auch Haustiere. Häufig gehört die Gartenpflege zum Service.

Alle Haushüter sind zwischen 60 und 75 Jahre alt. Jüngere Mitarbeiter werden nicht genommen, sagte Schulz. Auf Reife und Lebenserfahrung der Mitarbeiter wird ebenso Wert gelegt wie auf ein makelloses Führungszeugnis der Bewerber. Diese erhalten 26 Mark pro Tag. Da die meisten Haushüter als Rentner oder Pensionäre finanziell versorgt seien, machten sie es nicht des Geldes wegen. "Sie wollen mal raus, etwas anderes machen, Abwechslung haben", sind nach der Erfahrung von Schulz die häufigsten Gründe, warum man sich als Haushüter verdingt. Sind sie einmal eingezogen, dürfen sie das Haus längstens drei Stunden pro Tag verlassen - sei es, um für sich selbst die notwendigen Einkäufe zu erledigen, sei es, um den Hund der Hausherren auszuführen. Das Inventar sei gegen mögliche Beschädigungen durch die Haushüter versichert, sagte Schulz.

In einem Fall sei eine Standuhr im Wert von 15 000 Mark beschädigt worden. Die Reparaturkosten habe die Versicherung problemlos übernommen. In einem anderen Fall habe der Haushüter bei einem Hochwasser größeren Schaden vom Haus abwenden können - er war zur Stelle, schöpfte Wasser und konnte die notwendige Hilfe organisieren.

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