Berlin : Statistisches Jahrbuch Berlin: Clevere Karausche

Sonja Ernst

Wo und wie lässt sich "der Berliner" bestatten? Ist "er" noch zum Jawort bereit und was angelt "er" aus den Gewässern der Hauptstadt? Alle Fragen können wieder gestellt werden und die meisten davon finden auch eine aktuelle Antwort - seit gestern gibt es eine neue Ausgabe des Statistischen Jahrbuchs. Eckart Elsner, amtierender Direktor des Statistischen Landesamtes, präsentierte die 104. Ausgabe davon. Im Jahre 1999 gab es insgesamt 35 281 Beerdigungen und mit rund 36 Prozent davon wählen die Berliner immer häufiger ein anonymes Begräbnis. Zwei Berliner wählten den Atlantik als letzte Ruhestätte, aber eindeutig lag die Ostsee mit 187 Seebestattungen im Trend.

Aber das Jahrbuch gibt natürlich auch Auskunft über die Geburtenzahlen und die nahmen im Jahr 1999 leicht zu. Insgesamt kamen im vergangenen 29 900 Kinder zur Welt und damit 250 Lebendgeborene mehr als noch 1998. Im Verlauf des Jahres 1999 ging der Bevölkerungsverlust in der Haupstadt insgesamt leicht zurück. So lebten am Ende des Jahres 1999 knapp 3 387 000 Personen in Berlin. Es wanderten zwar immer noch rund 12 200 Personen ab, doch im Vergleich zu 1998 mit einer Abwanderung von 26 900 Personen nur halb so viele. Dieser Bevölkerungsverlust ergibt sich maßgeblich aus der Abwanderung ins Umland. Insgesamt wanderten 7000 Personen ab, doch war dies im Vergleich zu 21 300 Fortzügen im Jahr 1998 noch gering.

Der Großteil der fortziehenden Berliner wählte als neuen Wohnort das Brandenburger Umland. Hingegen gewann die Hauptstadt 6700 neue Bürger aus den alten Bundesländern und 6200 Personen aus dem Ausland. Der Ausländeranteil blieb mit 12,8 Prozent zum Vergleichsjahr 1998 fast unverändert.

Die rund 430 000 Berliner, die mit ausländischem Pass und Hauptwohnung in Berlin leben, kamen aus 148 Staaten. Die Zahl der Einbürgerungen nahm 1999 zu und so erwarben insgesamt 12 278 ausländische Bürger Berlins die deutsche Staatsbürgerschaft. Neu ist, dass ausländische Bürger nun auch in Berlin "alt werden." Noch bis Ende der 80er Jahre kehrte der Großteil der ausländischen Bevölkerung in die Heimat zurück. Erstmals sind nun so genannte Älterungsprozesse unter der ausländischen Bevölkerung festzustellen. Konkrete Zahlen gibt es dazu derzeit aber noch nicht.

Die Frauen die Stadt. Der weibliche Bevölkerungsanteil betrug wie schon in den Jahren zuvor 51 Prozent, und so bezeichnete sich Elsner folgerichtig als "schwaches Geschlecht." Im Jahr 1999 lebten 464 über 100-Jährige in Berlin und davon waren 423 Frauen. Aber das anscheinend "starke Geschlecht" zeigt sich immer noch zur Eheschließung bereit. Die Zahl der Hochzeiten stieg 1998 leicht an und insgesamt sagten 14 635 Paare Ja. Eindeutig war der 9.9.1999 das beliebteste Datum und so schlossen 720 Paare an diesem Tag die Ehe.

Um noch die letzte Frage zu beantworten: Die Berliner Berufs- und Sportfischer zogen 107 614 Kilogramm Speisefisch aus den Gewässern der Stadt. Sehr einfach lässt sich anscheinend der Aal fangen, der 25 380 Kilo auf die Waagen der Fischer brachte. Die Karausche hingegen war cleverer, und so gingen nur 296 Kilo von dem Karpfenfisch in die Netze. Und über allem und allen schien die Sonne - im vergangenen Jahr 1774 Stunden lang.

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