Berlin : Statt Blumen bekam die Stadträtin Spenden für das baufällige Stadion

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Was macht eine streitbare und nicht eben unterbeschäftigte Baustadträtin in diesen Tagen eigentlich nachts? Wenn sie Dorothee Dubrau heißt, Dezernentin im Bezirk Mitte ist, dann hat sie in den vergangenen Nächten in der Küche gestanden, um mit ihren Kindern, ihrem Mann, ihrer Mutter und Tante ein Büfett zu zaubern. Nicht irgendeines, sondern das zur Feier ihres 50. Geburtstages. 200 Gäste hatte sie zu bewirten. So viele wollten am Freitagabend persönlich Glückwünsche überbringen. Darunter Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge Reyer, der frühere Bausenator Wolfgang Nagel, Projektentwickler Klaus Groth und natürlich Stadtrats-Kollegen aus dem eigenen wie aus benachbarten Bezirksämtern, zum Beispiel Franz Schulz aus Friedrichshain-Kreuzberg.

Den Ort für ihre Party hatte Dorothee Dubrau bewusst gewählt. Sie entschied sich für das Café Moskau an der Karl-Marx-Allee aus zwei Gründen: Zunächst, um ihren Freunden und Mitstreitern das denkmalgeschützte Relikt der sozialistischen Stadtplanung zu zeigen. Und dann aus einem praktischen Grund: Bis zum Café Moskau ist es von ihrer Wohnung nicht weit. Das half das Transportproblem für die unzähligen Salate, Kuchen, Käse- und Aufschnittplatten zu lösen. Denkmalschutz, ein wichtiges Thema für die Jubilarin, lag ihr auch am Herzen, als es um die Geschenke ging. Statt Blumen bat sie um Spenden für die Sanierung der denkmalgeschützten, aber baufälligen Tribüne im Poststadion in Tiergarten. oew

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