Berlin : Statt Fahrrad

Stephan Wiehler

gibt dem Auto eine neue Chance im Nahverkehr Morgen ist ein großer Tag für die Autostadt Berlin. Und wer kein eigenes Auto hat, sollte sich ein Taxi leisten, um zur Arbeit zu fahren – falls er Arbeit hat. Das Taxigewerbe hätte unsere Zuwendung verdient. Schließlich sind deren Preise seit mehr als vier Jahren konstant geblieben – anders als im öffentlichen Nahverkehr. Bei der BVG steht am Montag wieder mal eine Tariferhöhung an, es ist bereits die fünfte seit Anfang 2001.

Der Durchschnittsfahrgast muss 3,8 Prozent drauflegen. Ungleich härter trifft es die treuesten Kunden: Die Jahreskarte wird um fast sieben Prozent teurer. Und für die ganz Umweltbewussten haben sich die Tarifkalkulierer der BVG noch eine besondere Fiesheit ausgedacht: Die Monatskarte zur Mitnahme des Fahrrads kostet jetzt 20 Prozent mehr. So viel zum Senatsprojekt der „Fahrrad-Stadt“ Berlin.

Wer bisher noch nicht ganz von dieser Vision begeistert war und in der BVG höchstens nach Feierabend oder an Wochenende zum Ausflug mit dem Fahrrad startete, dürfte künftig kaum noch auf den Geschmack kommen: Die Freizeitkarte, die zur Fahrrad-Mitnahme berechtigte, wurde abgeschafft. Die günstigste Alternative kostet jetzt das Doppelte.

Gute Argumente fürs Umsteigen ins Auto. Das Minus-Unternehmen BVG muss wirtschaftlich werden, keine Frage: notfalls eben ohne Fahrgäste.

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