Berlin : Staubsaugen war seine Sache nicht – Hertha Rühmann über ihren Mann

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„Meine Jahre mit Heinz“ hat Hertha Rühmann ihr Buch genannt, dass sie gestern im Filmmuseum Berlin am Potsdamer Platz präsentierte. „Ich bin unendlich froh, wieder mal hier zu sein“, sagte die vom Starnberger See angereiste silberhaarige Dame. Bei einem Blick aus dem Fenster hätte sie sich noch mehr gefreut, formierte sich doch unten auf dem Gehweg um die RühmannSkulptur gerade eine Touristentraube für ein Gruppenbild mit ihrem Heinz. Von 1974 bis zu seinem Tod am 3. Oktober 1994 war Hertha Rühmann mit der Filmlegende verheiratet, dessen Nachlass seit 1997 am Potsdamer Platz die Besucher anlockt.

Dass in den „Jahren mit Heinz“ dieser nie zum Staubsauger griff und sich bestenfalls mal selbst einen Tee aufbrühte, kann man nun anlässlich des 10. Todestages von Rühmann nachlesen. Die Geschichte seiner zwei letzten Lebensjahrzehnte hat Rühmanns dritte Ehefrau handschriftlich festgehalten – eine bemerkenswerte Leistung für eine 81-jährige Autorin. Dazu angeregt hatte sie ihr Sohn Erik Droemer aus ihrer ersten Ehe mit dem Verleger Willy Droemer , als sie zu ihrem 80. Geburtstag „locker und unprätentiös eine Rede hielt.“ Ebenso leicht und locker habe sie dann auch geschrieben, warb er gestern für das Buch voller humorvoller Anekdoten und Geschichten.

600 Seiten füllte Hertha Rühmann mit dem Kugelschreiber von Februar bis zum Abgabetermin im Verlag Langen Müller im Juli – 208 Seiten mit 96 Abbildungen sind daraus in Buchform geworden. „Ich habe eine sehr große Handschrift“, erzählte sie gestern, dass sie enttäuscht gewesen sei, dass es weniger Seiten wurden, als geglaubt. Und tröstete sich mit Marcel Reich-Ranicki , dass ein dickes Buch nicht automatisch ein gutes Buch sei. Ein anderes Problem verriet gestern ihr Sohn. Als „Meine Jahre mit Heinz“ fertig waren, rief ihn Hertha Rühmann an und fragte: „Was mache ich jetzt?“

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