Berlin : Steglitz: Dunkle Ecken und finstere Gestalten

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Jedes Mal haben die Anwohner ein mulmiges Gefühl, wenn sie durch die Körnerstraße gehen. Der Bereich zwischen Poschinger und Lothar- Bucher- Straße gilt als Gruselecke. In der Vergangenheit überwucherten dort Hecken den schmalen Gehweg, so dass Passanten auf die Straße ausweichen mussten. Inzwischen wurden die Gebüsche vom Grünflächenamt gestutzt und der Fußweg war wieder frei. Trotzdem meiden viele Passanten den Abschnitt, da sich in den Hecken nachts dunkle Gestalten aufhalten sollen. Mehrfach wurden Fußgänger belästigt. Zudem sind die Straßenlaternen häufig defekt.

"Es ist unglaublich, wie sich seit Monaten dieser Zustand hält", schimpft Ines Weitzel, die in der Straße wohnt und täglich nach Feierabend an der Ecke vorbei muss. "Irgendwie fühlt sich aber keiner verantwortlich." Seitdem eine Firma ihre Werkstatt an der Körnerstraße aufgegeben hatte, herrscht Wildwuchs vor dem Gebäude. Die SPD-Fraktion hatte das Thema zwar in die letzte BVV-Sitzung eingebracht, dennoch konnte man sich dort auf keine Lösung einigen. Für den Bezirksverordneten Philipp Schuppan (SPD) ist die Angelegenheit eine Zumutung: "Wir haben das Thema mehrfach angesprochen, doch der Bauverwaltung scheint die Sache ziemlich egal zu sein. Ich verstehe nicht, warum der Eigentümer des Grundstücks nicht darauf hingewiesen wird." Dass auch die Laternen dunkel bleiben, kümmere im Tiefbauamt kaum jemand. "Dabei müsste die Behörde bei den Betreibern mal Druck ausüben", sagt Schuppan.

Renate Tonnes vom "Steglitzer Weiberrat" kann noch andere furchteinflößende Ecken in Steglitz aufzählen: So fehlt auch auf dem Parkplatz am S-Bahnhof Steglitz und am Teltowkanal - von Kindern als Schulweg genutzt - die Beleuchtung. Durch dunkle und unübersichtliche Wege begünstige man Vandalismus. "Beleuchtete Gehwege bringen nun einmal Sicherheit, vor allem wenn durch Wildwuchs kein Sichtkontakt da ist", sagt Tonnes. "Es muss endlich gehandelt werden." Doch Baustadtrat Norbert Kopp (CDU) lasse ein Engagement für die Belange der Anwohner schlichtweg vermissen.

Kopp hingegen wundert sich über die Vorwürfe: "Bis jetzt kamen keine konkrete Anfragen. Warum soll die Bauverwaltung da handeln?" entgegnet er. Wenn das Tiefbauamt über schlechte oder fehlende Straßenbeleuchtung informiert wurde, habe sie die Beschwerden auch an die entsprechenden Stellen bei der Bewag weitergegeben. Die Ausführung sei nicht Sache des Bezirksamts. "Außerdem haben wir mehrfach die Beschwerdehotline des Stromversorgers bekannt gegeben." Er verstehe nicht, warum die Anwohner ihn nicht kontaktieren. "Man kann sich doch einfach mal vor Ort treffen, ein Termin ist jederzeit vereinbar", so Kopp. Dagegen seien die Belästigungen Sache der Polizei. Für einige Bewohner der Körnerstraße ist das unverständlich: "Was sollen wir denn noch tun? fragt Ines Weitzel.

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