Steglitz : Sanierung des Kreisels soll beginnen

Der Steglitzer Kreisel soll in diesem Jahr von Asbest befreit werden. Das sagt zumindest die Stadtverwaltung. Der private Eigentümer des unverseuchten Gebäudeteils hat dagegen seine Zweifel, ob das seit 2007 leerstehende Hochhaus zügig saniert wird.

Mit dem „Projekt Asbestsanierung“ des Steglitzer Kreisel-Hochhauses an der Schloßstraße soll nach Auskunft der Finanzverwaltung in diesem Jahr begonnen werden. Genaue Termine und der Ablauf der Asbestbeseitigung seien aber noch unklar, sagte Behördensprecher Clemens Teschendorf. Nach der Sanierung werde sich das Land bemühen, den Rohbau des Hochhauses zu vermarkten. Derzeit habe es „eher keinen Wert“.

Christian Kube vom Unternehmen Becker & Kries, dem als Miteigentümer des Grundstücks der asbestbefreite Flachtrakt des Kreisels gehört, zeigte sich von der Ankündigung überrascht. „Wir wissen davon nichts.“ Wie berichtet, verlangt das Unternehmen vom Land Berlin, den städtischen Gebäudeteil – das Hochhaus – in einen „vertragsgerechten Zustand“ zu bringen. Die Firma will nicht, dass auf Jahre hinaus ein Gerippe stehen bleibt und die Gegend verschandelt. Der Fall ist vor Gericht und noch unentschieden.

Beim Auszug des Bezirksamts von Steglitz-Zehlendorf aus dem Hochhaus im November 2007 hatte die Berliner Immobilien-Managementgesellschaft (BIM) – sie ist die „Leerstandsverwalterin“ des Hochhauses – noch eine Sanierung 2008 in Aussicht gestellt. Es gebe Interessenten für das Gebäude, hieß es. Der Optimismus war verfrüht. Im Sommer 2008 teilte die Finanzverwaltung mit, der Versuch, das Haus in seinem derzeitigen Zustand auf dem Immobilienmarkt anzubieten, sei gescheitert, die Sanierung in eigener Regie am wirtschaftlichsten. Mit den Planungs- und Ausschreibungfristen könne „frühestens“ 2009 begonnen werden. Auch müsse geprüft werden, ob die kalkulierten 17 Millionen Euro für die Asbestsanierung noch ausreichten. Nun spricht die Behörde von einer „realistischen Größenordnung“. Bei Becker & Kries aber glaubt man, dass sich in den vergangenen Monaten überhaupt nichts bewegt hat und dass sich auch in einem Jahr noch nichts getan haben wird.

Zumindest eines der Geschäfte im Flachtrakt hat in eigener Regie die Scheiben der alten Eingangshalle zu Schaufenstern gestaltet, die Drehtür des Rathauses ausgebaut. Verwelkte Pflanzen und vergilbte Anschlagszettel sind aus der Halle verschwunden. Der Kreisel, mit dessen Bau 1968 begonnen wurde, war lange Zeit eine Investitionsruine und Sinnbild für Bauskandale. (C. v. L.)

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben