Berlin : Steglitz-Zehlendorf: Bauen oder pflanzen

C. v. L.

Für ein von den Amerikanern am Hüttenweg 50 angeregtes "Community-Center" sind seitens des Bezirks Alternativstandorte angeboten worden. Der Bezirk lehnt den Standort ab, weil er das ehemalige Tankstellengelände aufforsten will. Bund und Senatsverwaltungen haben wiederum keine Bedenken. Wie Baustadtrat Ralf Körner (CDU) auf Anfrage mitteilte, hat er kürzlich vor Vertretern der US-Streitkräfte in Europa zwei weitere Standorte an der Goerzallee und das Gelände der ehemaligen Truman-Plaza an der Clayallee ins Gespräch gebracht.

Schon seit längerem schwelt ein Behörden-Streit um den Standort Hüttenweg gegenüber den ehemaligen Turner-Barracks, auf deren Gelände die Gehag Wohnungen für gehobene Ansprüche errichtete. Im Flächennutzungsplan ist die ehemalige Tankstelle und Reparaturwerkstatt der amerikanischen Streitkräfte auf der anderen Straßenseite als Wald ausgewiesen. Auch die Wohnungsgesellschaft ging, bevor sie Baupläne entwickeln ließ, von einem neu bepflanzten und ruhigen Gegenüber aus.

Schon vor Monaten ließen die Senatskanzlei, die zuständige Bundesvermögensverwaltung und das Auswärtige Amt durchblicken, dass sie keine rechtlichen Hindernisse für ein Zentrum an diesem Ort sehen. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hatte zunächst "hausintern" Bedenken, da die Tankstellen-Fläche als Ersatz für weggefallenes Grün auf dem Gehag-Gelände aufgeforstet werden soll. Aber Senator Peter Strieder deutete letztlich Zustimmung an. Die Bundesvermögensverwaltung sah durch das Verweigern des Bezirks schon die auswärtigen Beziehungen in Gefahr.

Der Bund hätte sich zunächst aber um das Planungsrecht kümmern müssen, sagte Stadtrat Körner. "In sehr freundlicher Gesprächsatmosphäre" habe man nun auf Alternativen hingewiesen: Auf die ehemalige McNair-Kaserne an der Lichterfelder Goerzallee im Rentaco-Komplex, auf ein weiteres, nicht weit davon entferntes Gelände sowie auf das ehemalige Einkaufszentrum Truman-Plaza an der Clayallee, auf dem gerade das deutsch-amerikanische Volksfest stattfindet.

Das einstige Gelände der Truman-Plaza dürfte als Alternativstandort aber wiederum auf Bedenken der Bundesvermögensverwaltung stoßen. Vor gut vier Jahren sollten hier von privaten Wohnungsunternehmen rund 200 Wohnungen für Bundesbedienstete gebaut werden; die keinesfalls bedarfsgerechte Planung wurde wieder verworfen, das Grundstücksgeschäft rückgängig gemacht. Einer Veräußerung des wiedererlangten Grundstücks stimmte das Bundesfinanzministerium dann nicht zu. Für mindestens drei Jahre soll das Gelände als letzte große Wohnungsbaureserve des Bundes vorgehalten werden, so dass sich mindestens in dieser Zeitspanne auch das deutsch-amerikanische Volksfest bis direkt an die Clayallee ausbreiten kann.

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