Steglitzer Einzelhandel : Die Schlossstraße fühlt sich schmuck

Ein Jahr nach der Eröffnung des vierten Einkaufszentrums sehen Centermanager die Straße auf einem guten Weg – und wollen sie gemeinsam vermarkten. Immobilienspezialisten rechnen stadtweit mit steigenden Umsätzen im Handel, weil der Tourismus boomt.

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Dreierbund. Die Centermanager Carsten Paul, Oliver Mohr und Jens Kirbach (von links nach rechts) wollen gemeinsam für die Steglitzer Schlossstraße werben.
Dreierbund. Die Centermanager Carsten Paul, Oliver Mohr und Jens Kirbach (von links nach rechts) wollen gemeinsam für die...Foto: promo

Die Steglitzer Schlossstraße ist die zweitgrößte Einkaufsgegend der Stadt nach Ku’damm und Tauentzienstraße. Doch als vor einem Jahr das vierte Einkaufszentrum „Boulevard Berlin“ öffnete, fragten sich viele, ob dies zu Verdrängung führe. Dank gestiegener Kundenzahlen sei es dazu nicht gekommen, sagten am Freitag drei der Centermanager.

Laut Jens Kirbach vom Boulevard Berlin lockt das Zentrum sonnabends bis zu 60 000 Besucher an und im Durchschnitt ein Viertel mehr als zu Beginn. In der ganzen Straße habe die „Frequenz ordentlich zugenommen“, sagte Carsten Paul vom Forum Steglitz; dorthin kommen an Spitzentagen bis zu 30 000 Menschen. Zufrieden zeigte sich auch „Schloss“-Chef Oliver Mohr, der am Wochenende bis 38 000 Gäste pro Tag im Haus hat.

Endlich gebe es keine Baustellen in der Straße mehr, lobten die Manager. Zudem verstärke der Boulevard Berlin das Interesse, etwa durch den Hollister-Shop. Aber auch die Billigmodekette Primark, die im Juli 2012 im „Schloss-Strassen-Center (SSC)“ eröffnet hatte, ziehe Käufer aus ganz Berlin und darüber hinaus an.

Kirbach, Mohr und Paul kennen sich seit gemeinsamen früheren Tätigkeiten, sie waren Kollegen im „Schloss“ und in den Neuköllner Gropius-Pasagen. Nun wollen sie mehr an einem Strang ziehen. „Wir machen einen Fehler, wenn wir uns bekämpfen“, sagte Paul. Im Mai starten die drei eine Werbekampagne für die Straße.

Diese habe sich zur „wichtigsten Stadtteillage Berlins“ entwickelt, urteilt die auf Einzelhandel spezialisierte Maklerfirma Engel & Völkers Commercial. Die Stärken seien das große Einzugsgebiet und die Ausstrahlungskraft über Berlin hinaus, heißt es im neuen Marktreport, der am Freitag veröffentlicht wurde. Die Ladenmieten bleiben demnach „auf einem konstant hohen Niveau“ zwischen 60 und 100 Euro je Quadratmeter.

Als zweitwichtigste Stadtteillage stuft Engel & Völkers die Fußgängerzone Wilmersdorfer Straße in Charlottenburg ein. Die gefragtesten Einkaufsziele seien weiterhin die Tauentzienstraße und der Kurfürstendamm. Dort gebe es fast keinen Leerstand, die Ladenmieten seien auf bis zu 260 Euro (Tauentzienstraße) und 210 Euro (Ku'damm) angestiegen. Nahezu voll vermietet sei auch die Friedrichstraße in Mitte, wo bis zu 170 Euro pro Quadratmeter gezahlt würden. Insgesamt erwarten die Makler wegen der steigenden Touristenzahlen wachsende Umsätze im Handel.

In der Schlossstraße ist unterdessen die Zukunft des Bierpinsel-Turms wieder unklar: Die Ausstellung „The Story of Berlin“ will nun doch nicht vom Ku’damm ins Wahrzeichen der Schlossstraße ziehen. Einer der drei Ausstellungschefs war dafür, konnte die anderen aber nicht begeistern.

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