Berlin : Stella Musical: Wer wird Bandenchef?

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Bescheiden ist er überhaupt nicht: Am liebsten will er den Emil singen, ist doch klar. Aber die Rolle des Bandenchefs Gustav wäre auch nicht schlecht. Ian Antal, 12 Jahre alt, will im Musical "Emil und die Detektive" mitspielen, und er schafft es wohl auch.

Er ist gut, das wissen die Leute vom Stella Musical Theater. Zum Casting muss er nicht mehr: Eine der 14 Rollen hat er sicher, nur welche es sein wird, das ist noch nicht entschieden. Gesungen hat er auch schon einmal in der Staatsoper: Jemand holte ihn für das moderne Stück "What next" direkt aus dem Schulchor des Kennedy-Gymnasiums. "Von heute auf morgen ging das", sagt der Siebtklässler. Ihm gefällt das Schauspielerleben: Er bekommt schulfrei fürs Theater, solange seine Noten gut sind.

Für "Emil und die Detektive" sucht das Stella-Theater noch Jungen und Mädchen, die gut singen können - und vor allem pfeifen. Wer Lust hat, kann zum Vorsingen antreten: Am besten mit einem Berliner Gassenhauer aus den 20-er Jahren. Die Mutigen stehen zum Casting dann allein auf der großen Bühne, vor sich eine Jury, deren Mitglieder gespannt über den Brillenrand gucken.

"Nach Berlin!" - wenn das Musicaltheater Erich Kästners Kinder-Krimi inszeniert, werden am Potsdamer Platz die "Goldenen Zwanziger" wiederbelebt: Das Berlin, in das der Landjunge Emil Tischbein aufbricht, um seiner Großmutter 140 Mark zu bringen. Die ihm prompt gestohlen werden: Schon im Zug, von einem Mitreisenden mit Melone, der sich ihm als "Grundeis" vorstellte. Angekommen in Berlin, lernt Emil die Jugendbande von Gustav kennen, und gemeinsam starten sie eine abenteuerliche Jagd auf alle Taschendiebe der Stadt.

Ab 12. November wird das zwischen 600 000 und einer Million Mark teure Musical starten. Die Karten werden zwischen zwanzig und fünfzig Mark kosten. Sonnabends und sonntags wird am Vormittag gespielt, montags dann am Abend: Denn die besten Zeiten bleiben reserviert für das Erfolgsstück, den "Glöckner von Notre Dame".

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