Berlin : Stephanie hat gesungen

Eine Berlinerin stand in der Endrunde bei „Deutschland sucht den Superstar“. Ihr Freund, der Alba-Basketballer Nino Garris, zitterte mit. Alles umsonst?

Katja Füchsel

Vor dem Ruhm kommt die Demut. Als Stephanie bei der letzten Show das Mikro sinken ließ und sich vor der Jury aufstellte, schien sie auf alles gefasst zu sein. Von Dieter Bohlen, der den Kandidaten so gerne seine Häme vor die eben noch tanzenden Füße schleudert. Still stand Stephanie da, auf alles gefasst – und was sagte der selbst ernannte Bösewicht der Show? Super gut gesungen. Stephanie schaffte es kaum von der Bühne. „Danke, danke! Oh, meine Beine, die tragen mich nicht mehr weit!“

Hunderte Konkurrenten hat die Wahl-Berlinerin Stephanie Brauckmeyer, 22, bereits überrundet. Am gestrigen Sonnabend musste sie bei „Deutschland sucht den Superstar“ in der ersten von neun Finalshows auftreten – live und vor Publikum. „Zehn Minuten“, sagt Stephanie am Telefon, im Hintergrund bringt gerade jemand seine Stimmbänder auf Touren. Stephanie ist bei RTL, sie muss nach der Anprobe noch zur Stellprobe, dann zur Maske…

Die Frau an seiner Seite zu sein – das ist ihr nicht genug; Stephanie will „mit Gesang meinen Lebensunterhalt verdienen“. Dabei reichte das Gehalt von Lebensgefährten Nino Garris (23) für beide: Er spielt Basketball für Alba und die deutsche Nationalmannschaft. Weil am Sonntag ein wichtiges Spiel ansteht, konnte Garris seine Freundin auch nicht ins Studio begleiten. „Er fiebert mit“, sagt Stephanie, nur eben vor dem Fernseher. Kennen gelernt haben sich die beiden in einer Paderborner Diskothek bei einem „Dancefloor Project“ – eine Woche später wechselte Basketballer Garris nach Berlin. „Ein Jahr auf Distanz, das war nicht einfach.“

Aber, wie heißt es so schön, auf den Willen kommt es an. Deshalb leben die beiden heute gemeinsam in Steglitz, Nino erholt sich langsam von seinem Formtief und Stephanie begibt sich auf dem harten Weg zum Superstar. Kein Sprint, eher ein Marathon. „Ich singe, seit ich klein bin“, sagt die Werbekauffrau. Erst im Schulchor, mit 16 Jahren, kam Gesangsunterricht hinzu – und wäre nicht das Superstar-Casting dazwischengekommen, hätte sie sich bei der Musikhochschule Hanns Eisler beworben. Ihren ersten Großauftritt hatte Stephanie bereits Anfang des Jahres: Beim Finale der Deutschen Meisterschaft sang sie in der Schmeling-Halle die Nationalhymne. Nicht das richtige Repertoire für Bohlen & Co, deshalb hat sich die 22-Jährige für „Say a Little Prayer“ von Aretha Franklin entschieden, „eines meiner Idole“.

Einen ersten Schritt nach oben hat sie ja schon gemacht, dieser zweite ist danebengegangen. Die Jury und auch die Zuschauer haben sich gegen Stefanie entschieden, sie ist raus. Diesmal. Sie wird noch einmal Anlauf nehmen. Ganz bestimmt.

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