Berlin : Stern der Hoffnung

Paula Panke e. V. hilft Opfern häuslicher Gewalt. Für die Zufluchtswohnung werden Spenden gebraucht.

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Zuhause auf Zeit. Im Zimmer des Vereins Paula Panke – hier Praktikantin Nazli Hanna mit dem Serienspendenstern – fehlen Tische, Schränke, Betten, Lampen. Foto: Spiekermann-Klaas
Zuhause auf Zeit. Im Zimmer des Vereins Paula Panke – hier Praktikantin Nazli Hanna mit dem Serienspendenstern – fehlen Tische,...

Da braucht man starke Nerven. Vier kleine Kinder, alle leben und schlafen zusammen in einem einzigen Zimmer mit ihrer Mutter, und sie ist wieder schwanger. Das war ein Versehen, aber sie hat mal ein Kind verloren, und daher sei jedes Leben jetzt noch viel wertvoller, sagt sie. Beinahe wären ihre Kinder Waisen gewesen. Denn der Lebensgefährte hatte die 26-Jährige mit den strohblonden Haaren im Streit mit dem Kopf auf den Tisch geschlagen. Die Kinder haben das miterlebt, seitdem tritt eines manchmal das Kinderbettchen oder Spielsachen verzweifelt kurz und klein, das Trauma der häuslichen Gewalt sitzt tief.

Jetzt aber toben alle Kinder fröhlich um den Weihnachtsbaum herum, der ist schick geschmückt, und er wird auch gleich stolz den Besuchern präsentiert. Dann wird Verstecken gespielt, in der kleinen geheimen Wohnung mit Küche und Vorraum, in der zwei Mütter ein Zuhause auf Zeit gefunden haben. Fröhlich rufen die Kleinen den Erwachsenen zu: „Ihr seid jetzt unser Klettergerüst!“ Ein Mädchen rennt im Slalom um gestapelte Papierberge herum, stößt versehentlich gegen die Stehlampe – die fällt um. Nicht schlimm, aber wieder was kaputt.

Sie brauchen wirklich dringend Spenden, die Sozialpädagoginnen und Mitarbeiterinnen vom Verein „Paula Panke“, die die Zufluchtswohnung für Opfer häuslicher Gewalt betreiben, die Mütter und ihre Kinder betreuen. Die Mutter zeigt, dass sich die Rückseite des Schrankes im Zimmer schon ablöst, sie selbst schläft mit dem Kleinsten noch in einem Bett. Ein Doppelstockbett oder Hochbett wäre toll. „Ich suche ja eine eigene Wohnung, aber sobald die Vermieter hören, dass ich mehrere Kinder habe, beenden sie das Gespräch.“ Matratzen, Schreibtisch, Kommode, Babybett, Spielzeug, eine Schiebetür für mehr Privatsphäre, das wünscht sich Paula Panke e. V., um die Wohnung schöner einrichten zu können. Und stabiler. „So ein Bett ist kein Tobeplatz, bitte!“, ruft die Mutter jetzt besorgt ihrem Sohn zu, der auf dem Hochbett herumspringt.

Es ist eine viel frequentierte Heimat auf Zeit für Frauen, sie sind oft ohne Geld, ohne Papiere, einfach mit dem nackten Leben geflüchtet, sagt Praktikantin Nazli Hanna aus Würzburg. Mütter in Not holen ihre Kinder von der Kita ab und gehen sofort zur Polizei oder zu Beratern von Projekten. Paula Panke hilft bei psychosozialen Problemen, bei Ämtergängen, beim Schritt zurück in ein Leben ohne Angst – und hofft auf Spenden.



Insgesamt 53 Projekte und Initiativen unterstützt der Tagesspiegel 2012/13 – bei der Jubiläums-Spendenaktion „Menschen helfen!“. Unsere Leserinnen und Leser rufen wir auf, für diese als gemeinnützig anerkannten Vereine und Träger zu spenden, die besonders innovativ sind oder deren Arbeit durch Kürzungen gefährdet ist. Unser Gemeinschaftskonto: Spendenaktion Der Tagesspiegel e. V., Verwendungszweck: „Menschen helfen!“, Berliner Sparkasse (BLZ 100 500 00), Konto 250 030 942. Bitte notieren Sie Namen und Anschrift für den Spendenbeleg. Onlinebanking ist möglich.

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