Sternfahrt : Auf die Sättel, fertig, los!

Zum 32. Mal starten zehntausende Radler zur Sternfahrt. Für Autofahrer sind viele Straßen gesperrt. BVG und S-Bahn locken mit Sonderangeboten.

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Am Sonntag steht Berlin im Zeichen des Fahrrades. -Foto: dpa

„250 000 Teilnehmer bei der Fahrradsternfahrt“, wird es auch an diesem Sonntag wieder heißen. Diese Zahl wird allmählich zur Konstante – auch deshalb wohl, weil sie ohnehin nicht nachprüfbar ist. Klar ist aber, dass es wieder sehr, sehr viele sein werden, die am Sonntag von einem der mehr als 80 Treffpunkte auf 19 Routen zum Brandenburger Tor rollen werden. „Berlin fährt Rad“, heißt das Motto der Veranstaltung schlicht, die mit ihrem Durchschnittstempo von 13 Stundenkilometern im Stadtgebiet auch Untrainierten und Kindern Spaß machen soll. Und weil die bereits zum 32. Mal veranstaltete Sternfahrt formal als Demonstration gilt, lautet ihre Botschaft an Verkehrsplaner, Autofahrer und eigentlich alle anderen, dass Radeln ein Massenphänomen ist und Radler gute Menschen sind, die ihre Energie aus dem Frühstück gewinnen und nicht aus teurem und klimaschädlichen Öl.

Autofahrer müssen einplanen, dass sie viele Straßen (siehe Grafik) zeitweise nicht benutzen oder kreuzen können. Wegen der Luftfahrtschau in Schönefeld wird der Stadtring A 100 aber diesmal nicht zu Gunsten der Radler gesperrt. Als Entschädigung führen alle Radrouten entweder über die Avus oder über die Stummel-Autobahn A 104. Gemeinsames Ziel ist das Umweltfestival der Grünen Liga zwischen Großem Stern und Brandenburger Tor unter dem Motto „Vielfalt belebt“. Dort können Fahrräder bis 20 Uhr sogar bewacht parken. Und wer für einen Teil des Hin- und Rückweges die Bahn zur Hilfe nehmen mag, kann am Sonntag den Einzelfahrschein als Tageskarte nutzen. Das gilt auch für Fahrradtickets.

Dagegen sind jene, die gar nicht genug bekommen können, vom Fahrradbeauftragten des Senats, Benno Koch, zu einer 170 Kilometer langen Rennradtour eingeladen. Damit führt Koch – gerade als ADFC-Vorsitzender abgewählt – diese Tradition fort. In den vergangenen Jahren hatte der ADFC diese Rennradtour organisiert. Um 6 Uhr früh will Koch mit etwa 100 weiteren Fahrern in Stettin starten und entlang der Oder nach Berlin zum großen Stern brausen, ein 30er Schnitt ist eingeplant. Wer nicht in Stettin übernachten will, kann am Sonntag früh mit dem Zug nach Schwedt fahren und dort um 9 Uhr dazustoßen. Für alle 250 000 Radler gleichermaßen gilt angesichts der Wettervorhersage vor allem: Sonnenmilch und viel Wasser nicht vergessen.

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