STICHWORT ASBEST : Vorsicht, Fasern!

Asbest ist ein Naturstoff.

Es sind faserförmige Silikat-Minerale. Weil die Fasern eine hohe Festigkeit aufweisen, hitze- und säurebeständig sind und gut dämmen, galt Asbest lange Zeit als „Wunderfaser“. Schon 1820 wurden Asbestfasern für die Kleidung von Feuerwehrleuten und als Dämmung für Dampfmaschinen verwendet. Schon 1847 gab es laut Rechtsanwalt Sven Leistikow erste Hinweise auf die Schädlichkeit der Faser für die Lunge. Um 1900 wurde die Asbestose beschrieben, doch die Anerkennung als Berufskrankheit dauerte weitere 40 Jahre. Parallel ging der Siegeszug der Faser vor allem als Baustoff „Eternit“ weiter. Erst 1993 wurde die Herstellung und Verwendung in Deutschland verboten.

Bei der Sanierung oder dem Abriss von Asbestwänden – oder Fußböden müssen spezielle Atemschutzgeräte und isolierende Kleidung getragen werden. Das verteuert die Sanierung. Das Landesamt für Arbeits- und Gesundheitsschutz hat eine neue Richtlinie erlassen, nach der bei Asbest-Bodenplatten auch der Kleber entfernt werden muss. Asbestbelastete Gebäude wie der Steglitzer Kreisel müssen nur dann saniert oder abgerissen werden, wenn Asbestfasern in die Raumluft gelangen. Zuletzt traf es den Palast der Republik und mehrere Schulgebäude. Aktuell wird die Poelchau-Schule in Charlottenburg wegen Asbestbelastung aufgegeben. loy

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