Berlin : Stiften hat ein Gesicht

Immer mehr Bürger helfen mit privaten Stiftungen – wir stellen einige vor

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Ein ehrgeiziges Ziel habe sie sich vorgenommen, sagt Bürgermeisterin Karin Schubert: „Berlin soll Stiftungshauptstadt werden!“ Davon ist die Stadt noch weit entfernt. 503 private Stiftungen kümmern sich inzwischen an Spree und Havel um das Gemeinwohl – in Hamburg sind es fast doppelt so viele. Doch Berlin profitiert immer mehr vom Stiftungsboom der vergangenen Jahre.

Gerade in Zeiten leerer öffentlicher Kassen sei freiwilliges Engagement notwendig, sagt Schubert. „Ich finde es bewundernswert, dass die Berliner ihr Vermögen und ihre Zeit investieren, damit Menschen, die sich aus eigener Kraft nicht helfen können, Unterstützung finden.“ Deshalb lud Schubert, die als Justizsenatorin auch für die Stiftungsaufsicht zuständig ist, am Donnerstagabend die im Jahr 2004 neu hinzugekommenen Stifter in den Säulensaal des Roten Rathauses – 27 waren es, ein Rekord. Darunter sind einige, die den Denkmalschutz oder die medizinische Forschung fördern. Die meisten aber haben das Ziel, Kinder und Jugendliche zu unterstützen.

So wie die Dr. Jörg Thiede-Stiftung des Unternehmerpaares Jörg und Traute Thiede. Die beiden wollen arbeitslosen Jugendlichen „mit zwei rechten Händen“ eine Perspektive geben und gleichzeitig die Kunst fördern. Die Lösung: Junge Arbeitslose restaurieren für die Stiftung denkmalgeschützte Häuser wie eine Potsdamer Remise oder eine Villa am Wannsee, die nach dem Willen der Thiedes ab Ende Juli als „Haus der Begegnung“ zwischen den Generationen und mit der Kunst dienen soll. „Auf diese Weise haben wir schon 200 Jugendliche in Arbeit und Brot gebracht“, sagt Jörg Thiede. Ähnliches Engagement zeigen noch mehr der neuen Stiftungen. In den Beiträgen unten zeigen wir das Gesicht dreier Stifter, die mit ihrem Geld Gutes tun wollen. ak

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