• Stiftung Schlösser und Gärten stellt Konzept für Kleinod von Schinkel und Lenné vor

Berlin : Stiftung Schlösser und Gärten stellt Konzept für Kleinod von Schinkel und Lenné vor

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Schloss Glienicke und sein bekannter Garten sollen als Einheit erhalten und gepflegt werden - das will in Zukunft auch die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg gewährleisten. Dies betonte gestern bei der Vorstellung des Pflegekonzepts der Generaldirektor der Stiftung, Hans-Joachim Giersberg. Das von Karl Friedrich Schinkel umgebaute Schloss sowie der in unmittelbarer Nähe gelegene Garten sind zum Jahreswechsel in das Eigentum der Stiftung übergegangen. Zuvor war das Landesdenkmalamt für die Anlage zuständig.

"Wir wissen, dass wir ein Kleinod übernommen haben", sagte Giersberg und nannte den von Peter Joseph Lenné gestalteten sogenannten Pleasureground rund ums Schloss einen der schönsten Gärten Berlins. Diese über sieben Hektar große Parklandschaft war Ende der siebziger Jahre vom Landesdenkmalamt zusammen mit dem Schloss nach alten Plänen für nicht weniger als 20 Millionen Mark restauriert worden - ein Projekt, das in seiner Neuartigkeit Aufsehen auch in der internationalen Fachwelt erregte. So ist das alte, von Lenné entworfene Wegenetz wieder angelegt, der Baumbewuchs dem alten Zustand angepasst und - besonders wichtig - die Sichtverbindungen zur Pfaueninsel, zu den Havelseen und nach Potsdam wieder hergestellt worden. Für die Pflege dieses Gartenteils stehen in diesem Jahr rund 90 000 Mark, für die des Schlosses 250 000 Mark zur Verfügung. Außerdem konnte die Stiftung laut ihrem Generaldirektor vier Arbeitskräfte für die Pflege einstellen. Betreut wird die Anlage zunächst vom Team, das auch die Pfaueninsel unter seinen Fittichen hat. Erst später, so Giersberg, wird Schloss Glienicke einen eigenen Betriebshof erhalten.

Bei ihrer Arbeit kann sich die Stiftung laut Gartenbaudirektor Klaus von Krosigk von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung auf die "bewährte kollegiale Zusammenarbeit" mit den Landesbehörden verlassen. Sie sind ohnehin nicht ganz aus dem Spiel, und werden weiter, gemeinsam mit dem Grünflächenamt Zehlendorf, für die übrigen 80 Hektar des Glienicker Landschaftsgartens zuständig sein. Nichtsdestotrotz mahnte von Krosigk eine "energische Restaurierung" der im Park gelegenen Gebäude an. Seinen Angaben zufolge befinden sich Marstall, Klosterhof, die Orangerie und andere Bauten in einem miserablen Zustand. Daran wird sich wahrscheinlich auch in naher Zukunft wenig ändern. "Wir können keine Wunder erwarten", meinte Michael Seiler von der Stiftung Schlösser und Gärten. Bei der Restaurierung könne man nur "Schritt für Schritt" vorgehen.

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