Berlin : Stimmen zu dem Angriff: "Die Amerikaner können sich nicht alles gefallen lassen"

Werner Tümmler: Die Amerikaner können sich nicht alles gefallen lassen. Der Terror muss bekämpft werden, weil sonst die Menschen für immer in Angst leben müssen. Die Anschläge in den USA waren für mich noch schlimmer als Krieg - ich selbst habe den Zweiten Weltkrieg miterlebt. Eine Waffe habe ich aber noch niemals angefasst. Damit kann man keine Probleme lösen, finde ich.

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Fotostrecke: Militärschlag gegen das Taliban-Regime Markus Heschel: Ich war vier Jahre bei der Bundeswehr, mich überrascht der amerikanische Gegenschlag überhaupt nicht. Man muss das Taliban-Regime in seine Schranken weisen. Wenn der Kopf der Schlange abgeschlagen ist, ist auch der Rest nicht mehr gefährlich. Einen aktiven Einsatz der Bundeswehr halte ich aber für sehr unwahrscheinlich - unser Militär ist viel zu schlecht ausgerüstet.

Rosalie Elder: Ich komme aus dem Mittelwesten der USA. Der Gegenschlag ist furchtbar, kommt aber nicht überraschend. Er ist gerechtfertigt. Die Terroristen sind überall, auch in Berlin. Das kann kein Staat der Erde dulden. Jeder sollte jetzt aufpassen und auf Verdächtige in seinem Umfeld achten. Morgen telefoniere ich mit meinen Verwandten. Die haben sicher Angst. Ich nicht. Ich passe auf mich auf.

Geert Crombez: Die nächsten 24 Stunden werden entscheidend. Und kritisch weil die islamische Welt ganz bestimmt reagieren wird. Davor habe ich Angst und davor, dass jetzt eine Gewaltspirale entsteht. Bush musste reagieren - trotzdem hätten die Amerikaner noch weiter verhandeln müssen. Es geht nicht um richtig oder falsch, sondern darum, was für die Welt am besten ist. Und das kann nur Frieden sein.

Katrin Dietrich: Ich glaube, die Angriffe auf Afghanistan sind keine gute Strategie. Ich kann die Schiene, die Bush fährt, nicht befürworten. Gleichzeitig Hilfspakete und Bomben abwerfen? Das ist meiner Meinung nach absurd. An die Bevölkerung und an die Flüchtlinge denkt niemand. Da ist doch furchtbar. Die Amerikaner können ja auch gar nicht verfolgen, was tatsächlich mit den Hilfspaketen passiert.

Günter Aleith: Krieg ist ein Verbrechen gegen die Menschheit. Die Amerikaner hätten milder reagieren sollen. Kabul angreifen, Menschen töten - was sie jetzt tun, ist ungerecht. Sie müssen stattdessen den Drahtzieher Osama bin Laden suchen und dann festnehmen. Ist doch klar. Aber das machen sie nicht - stattdessen versucht der amerikanische Dollar-Imperialismus sich durchzusetzen. Wie immer.

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