Berlin : Stölzl hofft auf Konsens mit den CDU-Kreisfürsten

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Der designierte CDU-Landesvorsitzende Christoph Stölzl trifft sich heute mit den Kreisvorsitzenden der Union, um über die Zusammensetzung der neuen Parteispitze zu beraten. „Das wird keine Debatte um Personen, sondern ein typologisches Gespräch“, sagte Stölzl dem Tagesspiegel. Wichtig sei, nicht nur alle Parteigliederungen im Vorstand abzubilden, sondern auch „persönliche Kompetenz und Fachwissen hereinzuholen.“ Am 25. Mai wird der neue CDU-Vorstand auf einem Parteitag gewählt.

Der CDU-Chef tingelt seit Wochen durch die Orts- und Kreisverbände der Union und ist überrascht, wie rege und interessant es an der Parteibasis zugeht. Parallel dazu trafen sich die bezirklichen Kungelrunden, um das Personaltableau für den künftigen Landesvorstand auszuhandeln. Besonders umkämpft ist das Amt des Generalsekretärs, der in erster Linie innerparteilich Wirkung entfalten und Stölzl helfen soll, sich in der komplizierten Parteiorganisation zurechtzufinden. Stölzls Favorit ist dem Vernehmen nach der ehemalige CDU-Fraktionsgeschäftsführer Alexander Kaczamarek, der aber mit dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Frank Steffel nicht zurechtkommt.

In den mehrheitlich „Steffel-freundlichen“ Kreisverbänden Spandau, Reinickendorf und Tempelhof-Schöneberg wird deshalb nach einer Alternativlösung gesucht. Als Kompromisskandidaten genannt werden der Schöneberger Stadtrat Gerhard Lawrentz, der aber noch bis 6. Mai in Urlaub ist und Ex-Staatssekretär Volker Liepelt. Beide waren schon unter dem CDU-Landeschef Eberhard Diepgen Generalsekretär der Union.

Stölzl äußerte sich zu den Personalspekulationen nicht. „Ich will einen möglichst sprachfähigen, öffentlich sichtbaren und ideenreichen Landesvorstand; aber ich suche den Konsens und nicht den Konflikt mit Kreisverbänden und der Abgeordnetenhausfraktion.“ Der Wahlparteitag solle in geordneten Bahnen verlaufen. Am Donnerstag konstituierte sich die Wahlvorbereitungskommission unter Leitung des dienstältesten CDU-Kreischefs Peter Kittelmann. „Alles ist noch offen; es gibt wesentlich mehr Interessenten als freie Vorstandsplätze“, so Kittelmann.Ulrich Zawatka-Gerlach

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