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Störung im Abgeordnetenhaus : Frau stürmt ins Parlament

Am Donnerstag stürmte während der Debatte eine unbekannte Frau ohne Rederecht in den Plenarsaal. Jetzt will das Parlament Strafantrag stellen.

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Völlig aufgelöst. Eine Frau im Parlament verlangte Rederecht.
Völlig aufgelöst. Eine Frau im Parlament verlangte Rederecht.Foto: Wolfgang Kumm/dpa

So ein Zwischenfall im Plenarsaal wie am Donnerstag dürfte eigentlich nicht passieren. Eine junge Frau, die hier nicht hingehörte, lief durch den Raum, wandte sich zunächst an Evrim Sommer (Linke), die als Beisitzerin neben dem Präsidenten Ralf Wieland (SPD) saß. Auch Wieland wies offenbar ihren Wunsch, das Wort zu ergreifen, zurück. Daraufhin wandte sie sich an die Parlamentarier und wollte etwas sagen. Sicherheitsleute zerrten sie schließlich am Arm und trieben sie in Richtung Ausgang. Sie aber leistete Widerstand, wollte sich an einem Tisch festhalten. Sie stand dabei in unmittelbarer Nähe zum Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD), der wiederum ruhig sitzen blieb.

Martin Delius, der Vorsitzende der Piratenfraktion, folgte der Frau und erzählte, dass diese „aufgelöst“ gewesen sei und sich zunächst nicht habe artikulieren können. Er habe ihr seine beruflichen Kontaktdaten gegeben, damit sie sich gegebenenfalls an ihn wenden könne.

Die im Abgeordnetenhaus befindliche Polizeiwache nahm ihre Personalien auf. Wie die Frau in den Plenarsaal gelangen konnte, ist noch unklar. Wie es hieß, gab sie sich als Mitarbeiterin der CDU-Fraktion aus. Normalerweise kontrollieren Sicherheitsleute die zwei Eingänge zur Wandelhalle, über die man auch in den Plenarsaal kommt. Ob die Wachen die Frau nicht kontrollierten, stand am Donnerstagnachmittag noch nicht fest. „Wir ermitteln gerade, was genau passiert ist“, sagte Beate Radschikowsky, Sprecherin des Abgeordnetenhauses. Das Abgeordnetenhaus wird Strafantrag stellen wegen Störung der Tätigkeit eines Gesetzgebungsorgans.

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