Berlin : Strafe für Chefin von Mauermuseum

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Ein strafbares Missgeschick per Fuß, ein hässliches Wort im Streit mit einem „falschen Vopo“: Alexandra Hildebrandt ist aus Sicht des Amtsgerichts Tiergarten der fahrlässigen Körperverletzung und der Beleidigung schuldig. Eine Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu je 50 Euro wurde verhängt. Ein Urteil, auf das die streitbare Chefin des Mauermuseums am Checkpoint Charlie mit höchster Empörung reagierte. „Wie kann man einen unschuldigen Menschen verurteilen? Wie kann man!“, rief sie und kündigte noch im Gerichtssaal Berufung an.

Es ging um einen Streit Ende Mai 2004. Der 33-jährige Tom L. und zwei weitere Schauspieler standen als DDR-Volkspolizisten ausstaffiert vor dem nachgebauten Kontrollhäuschen am einstigen Grenzübergang. Die Truppe hatte einen roten Teppich ausgerollt und wartete auf Touristen, die für ein Foto mit einem Uniformierten einen Euro zahlen würden. Am fraglichen Tag soll die Chefin des privaten Museums zornig auf Tom L. zugegangen sein. „Nehmen Sie den Teppich weg!“, forderte sie nach Angaben des Schauspielers. Als er sich nach einigem Hin und Her bückte, soll Hildebrandt Richtung Teppich getreten, aber L. am Handgelenk getroffen und ihn als „Arschloch“ beschimpft haben.

Die 47-jährige Witwe des Museumsgründers Rainer Hildebrandt hatte die Vorwürfe vehement bestritten. Nach ihrer Version gab es den Vorfall gar nicht. Doch dem widersprachen neben Tom L., der inzwischen wie seine Schauspiel-Kollegen nur noch in Uniformen der Alliierten auftritt, auch ein 62-jähriger Zeuge. Er hatte sich an jenem Tag mit der Checkpoint-Chefin getroffen. Auch er war empört über die „falschen Vopos“. Details konnte der Zeuge nicht beschreiben. Für die Richterin aber stand durch die Aussage fest, dass L. glaubwürdig ist, dass es Fehltritt und Beleidigung gab. K. G.

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